Gut gedacht, schlecht gemacht: Pensionistin zerstört Jesus-Fresko

Sie wollte ihrer Kirche etwas Gutes tun, richtete damit jedoch großen Schaden an: Statt es zu restaurieren, hat eine spanische Pensionistin ein Jahrhunderte altes Jesus-Fresko zerstört.

Borja – Was wirkt wie ein verspäteter Aprilscherz, ist in Wirklichkeit das gut gemeinte „Werk“ einer spanischen Pensionistin: Die Frau in ihren Achtzigern fand wohl, das das Fresko „Ecce Homo“ des Künstlers Elías García Martínez in der Kirche der spanischen Ortschaft Borja bei Zaragoza schon einmal bessere Zeiten gesehen hatte. Kein Wunder, stammt die Wandmalerei doch aus dem 19. Jahrhundert.

Kurzerhand – und ohne um Erlaubnis zu fragen – schnappte sich die rüstige Rentnerin Pinsel und Farbe, um das in die Jahre gekommene Kunstwerk aufzufrischen. Die Restaurierung ging allerdings gründlich daneben: Auch Laien sollten mühelos erkennen, dass die Kirchenmalerei völlig zerstört wurde. Statt dem Sohn Gottes ähnelt das Gesicht auf dem Fresko nun eher einem Affen. Die Frau meldete sich daraufhin reumütig bei der örtlichen Kulturbehörde, um den ungewollten Pfusch zu beichten.

Wie Spiegel Online berichtet, wurden inzwischen Experten mit der Rettung des Kunstwerks beauftragt. Diese werde sich allerdings überaus schwierig gestalten. Das Werk sei „schwer beschädigt“, wie die örtliche Kulturbehörde erklärte. "Wenn wir es nicht retten können, werden wir es vielleicht mit einem Foto des ursprünglichen Bilds überkleben", sagte der zuständige Stadtrat Juan Maria Ojeda gegenüber der BBC. Finanziert wird der Rettungsversuch mit einer Spende der Enkelin des Künstlers.

Die Amateur-Restauratorin muss sich derweil dem Spott der Web-Gemeinde hingeben. Die am Dienstag gegründete Facebook-Gruppe mit dem Namen „Señoras que restauran Cristos de Borja“ (“Damen, die den Christus von Borja restaurieren“) zu zweifelhaften Ehren der Pensionistin hatte am Donnerstagvormittag bereits knapp 15.000 Fans. Auch in diversen Blogs wird die missglückte Restauration mittels Parodien gründlich auf's Korn genommen. (tt.com)

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