„Post will Besserbezahlte einfach nur loswerden“

Innsbruck – „Gibt es in Österreich im öffentlichen Dienst irgendwo einen Personalmangel, dann ist es wieder einmal so weit, die Postler soll...

Innsbruck –„Gibt es in Österreich im öffentlichen Dienst irgendwo einen Personalmangel, dann ist es wieder einmal so weit, die Postler sollen kommen! Die warten doch nur darauf, dass sie irgendwo und irgendwas arbeiten können.“ Für Heinz Kirchmair (FCG), Vorsitzender des Personalausschusses Post für Tirol und Vorarlberg, hätten weder Post-Management noch Politik in Österreich dazugelernt: Dass nach Polizei und Justiz jetzt auch in Schulen Postbeamte unterkommen sollen, hatte seine Kollegin Ulrike Ernstbrunner (FSG) befürwortet, die TT berichtete. Kirchmair allerdings sieht darin wieder nur den Versuch, langgediente, besser bezahlte Post-Mitarbeiter loszuwerden und durch billigere Arbeitnehmer zu ersetzen. Während Postbedienstete nach 20 Jahren brutto rund 2000 Euro bekämen, würden neue Kollegen nur 1345 Euro erhalten.

Alle Versuche, Postbeamte in anderen öffentlichen Bereichen unterzubringen, seien bisher außerdem alles andere als erfolgreich gewesen: Denn bei Polizei und Justiz hätte in Tirol nur eine Handvoll Kollegen langfristig einen zufriedenstellenden Arbeitsplatz gefunden, so Kirchmair. Für einen Großteil sei das Experiment danebengegangen, sie seien zur Post zurückgekehrt. Für sie bestehe zwar ein Rückkehrrecht zum ursprünglichen Arbeitsplatz, allerdings sei es auch schon vorgekommen, dass es diesen gar nicht mehr gab.

Postbeamte, die zu Polizei oder Justiz wechseln, erhalten eine Einmalzahlung von 10.000 Euro. Warum trotzdem die meisten darauf verzichten, ist für den Personalvertreter schnell erklärt: Legen sie bei der Post bestimmte Prüfungen ab, werden sie höher eingestuft, etwa wie Maturanten entlohnt, selbst wenn sie keine Matura haben. „Bei Polizei und Justiz werden diese Prüfungen nicht anerkannt, die Folge sind finanzielle Einbußen.“

Für ihn bestehe derzeit überhaupt keine Notwendigkeit, sich der Postmitarbeiter zu entledigen, im Gegenteil: „Wegen des Personalmangels können derzeit viele Kollegen ihre Urlaube nicht abbauen.“ Drei als Springer eingesetzte Kräfte im Filialnetz seien nach Salzburg abgezogen worden.

Kirchmair: „Es ist äußerst unfair, Mitarbeiter zu verunsichern und ihnen vor einem möglichen Jobverlust Angst einzujagen. Stattdessen sollte sich ein Unternehmen wie die Post überlegen, wie Mitarbeiter besser in Arbeitsprozesse eingebunden werden können, und neue Geschäftsfelder erschließen.“ (ms)


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