Barfüßige Soul-Diva

Joss Stone veröffentlicht „The Soul Sessions Vol. 2“ und möchte damit an den Erfolg ihres Debüts „The Soul Sessions Vol. 1“ anknüpfen.

Von Sabine Theiner

Innsbruck –Sie sieht ja nicht so aus, als könnte diese Stimme aus ihr herauskommen. Die Optik ist ein bisschen Tussi: blonde, lange Mähne, hübsch, Nasenring, jung und sexy Augenaufschlag. Aber das Organ! Das ist wie von einer korpulenten, älteren Schwarzen: Voll, rauchig, kräftig, geheimnisvoll – soulig eben.

Dieser Tage bringt die 25-jährige Joss Stone ihr sechstes Studioalbum heraus. Sie nennt es „The Soul Sessions Vol. 2“, weil sich darauf, gleich wie auf ihrem fulminanten Debüt „The Soul Sessions Vol. 1“ von 2003, Interpretationen von klassischen Soulstücken finden. Stone, die mit bürgerlichem Namen Jocelyn Eve Stoker heißt, kehrt damit zu ihren Wurzeln zurück und lässt Ausflüge ins endlose Reich der Indie-Musik („Introducing Joss Stone“, 2007) hinter sich. Dieses Mal interpretiert Stone Tracks wie „(For God’s Sake) Give More Power To The People“ von den Chi-Lites, „While You’re Out Looking for Sugar“ von The Honey Cone oder „The Love We Had“ von The Dells. Ein Highlight ist ihre Version des Broken-Bell-Hits „The High Road“, dem sie eine großartige persönliche Note verpasst.

Im letzten Jahr hat Joss mit ihrem gerade eben gegründeten Label „Stone’d Records“ ihr fünftes Album „LP1“ veröffentlicht. Außerdem nahm sie zusammen mit Mick Jagger und dessen Seitenprojekt „SuperHeavy“, bestehend aus ihr, dem Stones-Chef, Bob Marleys Sohn Damian, Dave Steward von den Eurythmics und dem indischen Erfolgskomponisten A. R. Rahman, das gleichnamige Album auf, das für mächtig Furore sorgte. Die Britin, die öfters barfüßig auf der Bühne steht, ist erfolgreich und wird mit Preisen überschüttet. Kein Wunder, dass sie mit einem Vermögen von gut neun Millionen Pfund den fünften Platz der „Reichsten Briten unter 30“ einnimmt. Das nahmen zwei ausgefuchste Typen zum Anlass, einen Überfall auf die junge Künstlerin zu planen. Im Juni 2011 griff die Polizei in der Nähe ihres Hauses in der englischen Grafschaft Devon zwei Männer auf, die in ihrem Auto Luftaufnahmen und Pläne des Hauses der Sängerin, Waffen, Seile und einen Leichensack dabei hatten. Offenbar meinten sie es ernst. Aber glücklicherweise ist nichts passiert und so ist Joss Stone jetzt, nach dem tragischen Ableben der anderen großen britischen Diva Amy Winehouse, die einzig wahre Soul-Größe der Insel.

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