„Oft stehen sie bis zur Ortseinfahrt“

Italiener stürmen die Sillianer Tankstellen vor der Grenze, „weil es hier viel billiger ist“. Zusätzliches Geschäft mit Getränken oder Zigaretten machen die Tankstellen aber trotzdem kaum.

Von Catharina Oblasser

Sillian, Heinfels –Wütendes Hupen ertönt. Der Rückstau der großteils italienischen Autos, die bei der Tankstellen­einfahrt warten, reicht bis auf die Bundesstraße hinaus und blockiert die Fahrbahn. „Manchmal staut es sich sogar bis zur Ortseinfahrt von Sillian zurück“, meint einer der Mitarbeiter der eni-Tankstelle (Diesel: 1,49 Euro, Super: 1,58 Euro). Kein Wunder, findet er, denn in Italien koste ein Liter Benzin ja schon zwei Euro. Besonders viel los sei zwischen 9 und 12 Uhr sowie zwischen 14 und 17 Uhr. „Wir sind jetzt auf dem Rückweg nach Hause. Und wir tanken hier, weil es viel billiger ist als in Italien“, meint ein Ehepaar aus dem Belluno.

Auch Ferialarbeiter Johannes an der Sillianer bp-Tankstelle (Diesel: 1,49 Euro­, Super­: 1,56 Euro) merkt, dass viele Italiener auf den vergleichsweise billigen Sprit abfahren. „Die Hauptzeit bei uns ist zwischen 14 und 19 Uhr.“ Abgesehen von Benzin und Diesel kaufen sie kaum etwas im Shop. Tanken und gleich wieder weg, lautet die Devise.

Ein grauhaariger Herr mit einem Tarviser Kennzeichen hat gerade den Tank seines Autos an der OMV-Tankstelle (Diesel: 1,53 Euro, Super: 1,59 Euro) in Arnbach gefüllt. „Bei uns kostet Benzin so um die zwei Euro, vielleicht ein bisschen weniger, 1,95 oder so.“ Mitarbeiterin Ida führt die hohe­ Kundenfrequenz nicht nur auf die Preise zurück. „Man spürt, dass Ferragosto­ ist. Da reisen die Italiener viel.“ Im Shop merke man nur am Wochenende ein bisschen mehr Umsatz bei Getränken, Süßigkeiten und anderen, nicht-autobezogenen Waren. Eine Familie aus Mestre berichtet, dass die Zwei-Euro-Grenze für Sprit keineswegs für alle Regionen gilt. „Bei uns gibt es sehr viel Konkurrenz, deshalb ist Tanken nicht so teuer. Wir zahlen 1,75 oder 1,80 Euro für den Liter.“ Anders sei es in Südtirol, etwa in Toblach, wo das Paar gerade durchgefahren sei. „Dort ist es teurer als in Mestre.“ Gemütlich geht es an der letzten Tankstelle vor der Grenze zu. „Wir hatten immer schon viele italienische Kunden und spüren keinen großen Unterschied“, heißt es an der bp-Tankstelle Arnbach (Diesel: 1,51 Euro, Super: 1,59 Euro).

Dafür kann Tankwart Rupert von der Shell in Heinfels (Diesel: 1,53 Euro, Super: 1,59 Euro) nicht klagen. Man spüre am Andrang der Italiener, dass Sprit dort so teuer sei. „30 bis 40 Cent Ersparnis sind immer drin. Fast alle, die kommen, tanken auch voll.“ Trotz der hohen Frequenz verzeichnet er kaum mehr verkaufte Getränke oder Schokoriegel. „Sie tanken und fahren wieder.“

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Peter aus Innichen macht sich keine Sorgen über den Preisunterschied. „Das Land Südtirol ersetzt uns die Differenz­, Maßstab ist das Innsbrucker Preisniveau. Ich zahle­ fürs Tanken in Innichen deshalb oft sogar noch weniger als in Osttirol.“


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