Rätsel um Tod eines Kurden

Ein Kurde hat in Innsbruck unter mysteriösen Umständen Suizid begangen. Beim Toten soll es sich um einen Politiker handeln.

Symbolfoto.
© Jan Hetfleisch

Innsbruck –Wer war der Kurde, der am Montag erhängt in einer Toilette aufgefunden wurde? Und warum fuhr der in der Schweiz wohnhafte 46-Jährige nach Tirol und wurde zum Fassadenkletterer, um hier Suizid zu begehen?

Ein Fall, der derzeit unter den Innsbrucker Kurden für Trauer, aber auch Diskussionen und Rätselraten sorgt.

Für die Behörden ist der Fall hingegen klar – eindeutig Selbstmord, die Leiche des Mannes wurde bereits fürs Begräbnis freigegeben. „Es gab keine Hinweise auf Fremdverschulden“, sagt Thomas Willam, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft.

Es war am Montag gegen 18 Uhr, als ein führender Funktionär des kurdischen Kulturvereins in Innsbruck eine schreckliche Entdeckung machte. In der Toilette des Vereins in der Andreas-Hofer-Straße fand der Mann seinen erhängten Landsmann.

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Doch wie gelangte der Lebensmüde in den zu diesem Zeitpunkt versperrten Kulturverein? Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, kletterte der Mann offenbar über die Hausfassade in den ersten Stock und drang durch ein Fenster in den Kulturverein ein. Allerdings soll er dabei keine Spuren hinterlassen haben. Und die Jalousie war teilweise aufgerollt, als der Zeuge seinen toten Landsmann fand.

Unklar ist auch, welche Funktion der Tote bei den Kurden hatte. Offiziell soll der 46-Jährige in der Schweiz und auch in Frankreich um politisches Asyl angesucht haben. „Er war Politiker“, sagt eine Innsbrucker Kurdin, ohne nähere Details nennen zu wollen.

„Er war ein hochrangiger Funktionär in der Kurdenorganisation und unter anderem auch für den Innsbrucker Kulturverein zuständig“, so ein weiterer Zeuge: „Man könnte sagen, er war Letztverantwortlicher für die Kurden in ganz Österreich.“ Ein Spitzenfunktionär also.

„Er war ein einfacher Asylwerber, der zwar in der Schweiz gemeldet war, die meiste Zeit aber in Innsbruck lebte“, so eine dritte Version.

Am Freitag wurde der Mann in seiner Heimat in der Türkei begraben. Einige Trauergäste reisten eigens aus Innsbruck an. (tom)