0:8-Packung im Tivolistadion

Die Wacker Amateure kassierten eine saftige Watschen gegen den Tabellenführer. Erneut Ausschreitungen der Salzburg-Fans im Tivoli.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Ein Tiroler Westliga-Wochenende zum Vergessen – nach der Punkteteilung zwischen Wattens und Kufstein bezogen die Wacker Amateure gestern eine Tracht Prügel, die sich gewaschen hat. Im Tivoli-Hochsicherheitsspiel vor 1100 Zuschauern – darunter rund 600 Fans aus Salzburg – hatte der schwarzgrüne Talenteschuppen gegen den violetten Tabellenführer nicht den Funken einer Chance und blamierte sich ausgerechnet gegen den Erzrivalen aus der Mozartstadt. Die starke Salzburger Offensive um Michael Perlak, Nicholas Mayer und Rene Friedel wirbelte und traf auch nach Belieben. Sehr zur Freude der mitgereisten Fans, die unmittelbar nach dem Wechsel mit einer sicher nicht genehmigten Pyro-Show auffielen und sich nach dem Schlusspfiff wieder von ihrer bekannt schlechtesten Seite zeigten – zerstörte WC-Anlagen und Auseinandersetzungen mit der Polizei. „Unglaublich. Diese Chaoten stiften immer Unruhe. Dabei haben sie gewonnen und unsere Fans waren eh nicht da“, schüttelte Wacker-Geschäftsführer Gerald Schwaninger nur verständnislos den Kopf.

„Sehr bitter für die Mannschaft, das Trainerteam und auch die Fans. So eine Pleite hab‘ ich noch nie erlebt, die Spieler wahrscheinlich auch nicht“, war Wacker-Coach Werner Löberbauer konsterniert. Die Gründe für die Abreibung? „Nach dem 0:3-Rückstand brach meine junge Truppe moralisch auseinander und wurde nach allen Regeln der Kunst ausgespielt“, so Löberbauer.

Dass im Alpenstadion kurzzeitig die Lichter ausgingen, war irgendwie symptomatisch für die momentane Lage des Tiroler Fußballs. Daher gab es bei der 1:1-Punkteteilung zwischen Wattens und Kufstein auch einen klaren Sieger – Westliga-Titelkandidat Liefering, der sich mit dem 2:0-Sieg beim FC Pinzgau zwei Punkte vom Tiroler Verfolgerduo absetzte. Vergaben die immer noch stark ersatzgeschwächten Wattener vor allem in der ersten Halbzeit den Derbysieg, verdienten sich die Festungsstädter ohne Matthias Treichl (Hochzeit) und Markus Unterrainer (Hexenschuss) nach dem Wechsel den einen Punkt. „Wir haben es verabsäumt, den Sack frühzeitig zuzumachen“, ärgerte sich WSG-Coach Roli Kirchler. „Wir hatten jetzt vier Auswärtsspiele und zwei Heimspiele, stehen bei 13 Punkten. Damit können wir gut leben“, zog Kollege Thomas Silberberger zufrieden Bilanz. Kufsteins Trainer beglückwünschte nach dem Schlusspfiff seinen Ex-Schützling Rene Prantl, der den Führungstreffer erzielte und auch einen Elfer herausholte, auf seine Art und Weise: „Ich hab‘ ihm nur gesagt, dass wenn er bei uns in Kufstein immer so gespielt hätte, er jetzt nicht in Wattens, sondern in Innsbruck kicken würde.“

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren