Schatzkiste für Lesefreunde will in die Dörfer gehen

Der Flohmarkt der Bücherei Lienz kann sich vor Buchspenden kaum retten. Davon sollen bald auch andere Gemeinden profitieren.

Von Christoph Blassnig

Lienz –Kinder- und Jugendbücher, Sach- und Fachliteratur, Werke geordnet nach Themen­ wie Religion, Sprachen­ oder Kunst. Romane, Zeitschriften, dicke Lexika, aber auch Spiele, Musik-CDs und Videokassetten – in allen Größen, Formen und Farben sammelt der Flohmarkt der Stadtbücherei Lienz seine Schätze.

1995 als einmaliges Projekt begonnen, wurde aus einer monatlichen Börse über die Jahre eine feste Institution­, die mehrmals umziehen musste und nun am Egger-Lienz-Platz angekommen ist. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen Cornelia Egger und Elvira Schwemberger ermöglichen die ganztägige Öffnung zu den üblichen Geschäftszeiten und freuen sich, mit Gleichgesinnten etwas Gutes tun zu können: „Wir bekommen alles geschenkt und geben es gegen freiwillige­ Spenden an unsere Kunden weiter. Die Erlöse kommen der Bücherei zugute, die damit ihrer­seits Bildungsprojekte­ im Bezirk, aber auch weltweit unterstützen­ kann.“

Damit der Lesestoff nicht ausgeht, braucht es Menschen, die ihre Schätze teilen und weitergeben möchten: „Der Zuspruch ist überwältigend. Wir können uns im österreichweiten Vergleich glücklich schätzen. Und alle 20 Büchereien im Bezirk profitieren, indem sie durch uns günstig zu neu eingestellter Literatur kommen“, so Bücherei­leiterin Elisabeth Ziegler-­Duregger. „Wir planen weitere­ Außenstellen in der Stadt und wollen mit Hilfe des Aufbauwerks der Jugend mobile Ange­bote in Gemeinden ohne eigene Büchereien, wie zum Beispiel in Gaimberg, installieren. Auch für Betriebe, die kleine Leseoasen umsetzen wollen, sind wir der richtige­ Ansprechpartner.“

Das Geschäftslokal des ehemaligen Musikhauses Petutsch­nigg ist erst seit einer­ Woche bezogen, wird aber schon jetzt sehr gut angenommen: „Wir bemühen uns, eine nette­ Atmosphäre zu schaffen, in der sich die Leute wohlfühlen­. Eine kleine Spiel­ecke steht für die Kleinsten­ bereit, damit Mamas und Papas sorglos schmökern können“, erläutert­ Cornelia Egger. „Es gibt genügend­ Sitzmöglichkeiten, um in Ruhe aussuchen und sich einlesen­ zu können.“

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Die Besucher kommen von überall her: Stammkunden, Einheimische, genauso Touristen aus aller Herren Länder, Jung und Alt, bei jedem Wetter. Und beinahe jeder findet etwas: In all den Kisten, Schachteln, auf den Tischen und in den Regalen warten Lesewunder darauf, neu entdeckt und erlesen zu werden. Und wer seine Bücher nach der Lektüre gerne an andere weitergeben will, hat dazu im Flohmarkt der Bücherei Lienz die beste Möglichkeit.

Geöffnet ist von Montag bis Freitag von 9 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 12 Uhr. Informationen und Kontakt: http://www.stadtbuecherei-­lienz.at.


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