Kogler: „Die innere Balance ist noch stabil“

Wacker-Trainer Walter Kogler kann mit den Diskussionen um seine Person gut umgehen und ist überzeugt, dass er mit den Schwarzgrünen den Weg aus der sportlichen Krise findet.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Um Walter Kogler muss man sich keine Sorgen machen. Der Mann ist aufgeräumt, auch wenn es beruflich zurzeit alles andere als nach Wunsch läuft. „Ich schlafe gut, habe Appetit, meine innere Balance kommt noch nicht ins Schleudern und auch sonst schlägt sich mir das nicht auf den Magen“, erklärte der Kärntner trotz der 0:2-Niederlage bei der Wiener Austria. Was nicht heißt, dass die trostlose sportliche Situation spurlos am Trainer des FC Wacker Innsbruck vorübergehen würde. Im Gegenteil: „Fakt ist, dass wir nach fünf Niederlagen in sechs Runden Letzter sind. Sportlich logischerweise absolut nicht zufriedenstellend. Das muss sich ändern.“

Wie soll der FC Wacker wieder auf die Erfolgspur kommen? „Ganz einfach: die Fehler beheben und das, was bisher gut war, beibehalten. Heißt üben, üben, üben“, so Kogler, der fest davon ausgeht, dass er auch in nächster Zeit für die sportlichen Geschicke der Schwarzgrünen verantwortlich zeichnet. „Akzente setzen, die Sache offensiv angehen. Sich zurückziehen, sich kleiner machen, als man im Moment ohnehin schon ist, ist in so einer Situation der absolute falsche Lösungsansatz. Die Mannschaft muss sich etwas zutrauen. Ein Erfolgserlebnis wäre der ideale Blockadelöser. Aber das kommt nicht von alleine. Daran muss man glauben und es auch erzwingen“, blickt der 44-Jährige schon gespannt dem Westschlager am kommenden Samstag gegen Red Bull Salzburg entgegen.

Zunächst gilt es, die 0:2-Niederlage bei den Violetten noch einmal zu analysieren. „Ich hab‘ unsere Leistung nicht so schlecht wie andere gesehen. Das Eigentor warf uns etwas aus der Bahn. Außerdem werden wir im Moment wirklich nicht vom Glück verfolgt. Aber das ist halt typisch für die Lage, in der wir uns befinden“, sah Kogler beim Auftritt in Favoriten nicht so einen großen Unterschied zum Titelkandidaten Austria und fügte optimistisch an: „Die Mannschaft hat Charakter, lässt sich nicht hängen und steigt auch sicher nicht ab.“ Allerdings muss man endlich zu einer defensiven Stabilität finden und offensiv um vieles besser werden.

Die Diskussionen um seine Person nimmt Kogler logischerweise wahr, zusätzlicher Druck entsteht bei ihm persönlich dadurch nicht: „Das belastet mich nicht wirklich. Damit konnte ich schon als Profi gut umgehen. Außerdem weiß ich, aus welcher Ecke das kommt. Und es gehört zum Geschäft ja auch dazu.“

Auch ein Ultimatum? Abgesehen davon, dass es laut Vorstand keines gibt, sondern eine wöchentliche Analyse der Situation, hat der Wacker-Coach dazu seine eigene Meinung: „Was soll das bringen? Wenn man der Meinung ist, dass es nicht passt, muss man einen Schlussstrich ziehen. Und wenn man dieser Meinung nicht ist, bringt ein Ultimatum erst recht nichts.“

Eine Analyse dazu lesen Sie in der Dienstagsausgabe der Tiroler Tageszeitung von Sportchef Max Ischia.