Innenpolitik

Um NR-Klub zu gründen: Stronach angelt nach weiteren Abgeordneten

Fünf Abgeordnete braucht der Milliardär, dann könnte er noch vor einem Antreten bei einer Wahl einen Nationalratsklub gründen. Vier hat Stronach angeblich bereits.

Graz - Die noch zu gründende Partei des Austrokanadiers Frank Stronach angelt offenbar in steirischen BZÖ-Gewässern. Laut Landesobmann und NAbg. Gerald Grosz soll der „wilde“ Ex-BZÖ-Mandatar Robert Lugar am Wochenende zwei steirische BZÖ-Nationalratsabgeordnete kontaktiert haben, damit diese zu Stronach wechseln, aber abgeblitzt sein. Der obersteirische BZÖ-Mandatar Wolfgang Spadiut bestätigte dies auf APA-Anfrage am Sonntagnachmittag für seine Person. Er habe abgesagt, so Spadiut. Angeblich soll es aber bereits einen vierten Stronach-Unterstützer unter den Nationalratsabgeordneten geben.

Lugar habe ihn am Freitagnachmittag angerufen und versucht, ihm den Wechsel zu Stronach schmackhaft zu machen, so Spadiut zur APA: „Angeblich deshalb, weil ich gut für die Bereiche Senioren und Gesundheit passe“. Er habe geantwortet, er bleibe beim BZÖ, das sei überhaupt keine Frage, obwohl Lugar zu Bedenken gegeben habe, dass das BZÖ bei der nächsten Wahl möglicherweise nicht mehr den Einzug ins Parlament schaffe, Stronachs Partei aber schon. Man brauche noch einen fünften Mandatar zur Gründung eines Klubs im Nationalrat, habe Lugar gesagt. „Ich habe leider zu fragen vergessen, wer denn der vierte Mandatar ist“, so Spadiut. Bisher haben der aus der SPÖ ausgetretene Abgeordnete Gerhard Köfer und der neben Lugar der „wilde“ Mandatar Erich Tadler (früher BZÖ) ihre Unterstützung für Stronach erklärt.

Nach Angaben von BZÖ-Landesobmann Grosz soll Lugar auch die Abgeordnete Martina Schenk kontaktiert haben, doch zu Stronach zu wechseln. Schenk war am Sonntagnachmittag für eine Stellungnahme vorerst nicht erreichbar. (APA)

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