18 Tote bei Luftangriff im Nordwesten Syriens

Aktivisten berichten von dem Luftangriff. Trotz der vereinbarten Waffenruhe während des viertägigen Opferfests ließ die Gewalt kaum nach.

Damaskus – Bei einem Luftangriff im Nordwesten Syriens sind am Sonntag nach Informationen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 18 Menschen getötet worden, darunter acht Kinder. Der Luftangriff richtete sich nach Angaben der in London ansässigen Organisation gegen das Dorf Al-Bara in der Region Jabal al-Zawiya. Die Beobachtungsstelle erhält ihre Informationen von Oppositionskräften und Ärzten.

Der kleine Ort wird laut der Beobachtungsstelle seit Mitte Juli von den Aufständischen kontrolliert, die den Sturz der syrischen Führung unter Präsident Bashar al-Assad anstreben. Beide Kampfparteien hatten sich anlässlich des viertägigen Opferfests Eid al-Adha, das am Freitag begann, im Prinzip zu einer Waffenruhe bereit erklärt, doch ließ die Gewalt kaum nach. Laut der Beobachtungsstelle wurden seit Freitag mehr als 350 Menschen in dem Konflikt getötet.

Die syrische Luftwaffe hat nach Angaben der Opposition am Montag Rebellenstellungen in einem Vorort von Damaskus bombardiert. Die Kampfflugzeuge hätten das Wohngebiet Harat al-Sham angegriffen, das nur wenige Kilometer östlich der Hauptstadt liegt, berichteten Aktivisten. Der Montag ist der letzte Tag der über das islamische Opferfest vereinbarten viertägigen Waffenruhe. Die Truppen von Präsident Bashar al-Assad hatten bereits vergangene Woche versucht, den Vorort zu stürmen.

„Um Harat al-Sham sind Panzer aufgefahren“, berichtete ein Rebell, der dort lebt. Es sei ihnen aber nicht gelungen, in den Vorort einzudringen. „Sie haben es schon vor einer Woche versucht, sind aber gescheitert.“

Die Oppositionsgruppe Sham News Network berichtete zudem, Kampfflugzeuge hätten Gebiete in Barseh, einem Viertel im Norden von Damaskus, angegriffen. Auch die Stadt Deir al-Zor im Osten des Landes sei von der Luftwaffe beschossen worden.

Die Angaben aus Syrien können kaum überprüft werden, weil Journalisten der Zugang weitgehend versperrt ist.

Die syrische Armeeführung hat die Rebellen für die Verletzung der Waffenruhe verantwortlich gemacht. Sie warf den Aufständischen ebenfalls vor, für die Zerstörung des Landes verantwortlich zu sein. In einer am Montag vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung kündigten die Streitkräfte an, gegen diese „Terroristen“ mit eiserner Faust vorzugehen, um Syrien zu retten. (APA/AFP/Reuters/dpa)


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