Wintereinbruch sorgte für Stromausfälle und zahlreiche Unfälle

Nasser Neuschnee drückte Bäume um, die auf Stromleitungen fielen. 6000 Haushalte in Kärnten waren zwischenzeitlich ohne Strom. In Vorarlberg zählte der ÖAMTC am Wochenende 450 Einsätze. In der Steiermark und in Salzburg ereigneten sich einige Verkehrsunfälle.

Klagenfurt, Bregenz, Graz, Salzburg, Wien - Der Wintereinbruch in Kärnten hat in der Nacht auf Montag zu zahlreichen Stromausfällen geführt. Nasser Neuschnee drückte Bäume um, die auf Stromleitungen fielen. Insgesamt waren 6000 Haushalte in den südlichen Landesteilen (Bezirke Hermagor, Villach Land, Klagenfurt Land sowie Völkermarkt) betroffen.

Am Vormittag war der Großteil der Schäden bereits behoben. „Unsere Techniker arbeiten mit Hochdruck an der Reparatur“, sagte der Sprecher des Energieversorgers Kelag, Josef Stocker, zur APA. Durch den Schnee kam es auch immer wieder zu Verkehrsunfällen und Behinderungen.

Der vom Regen der vergangenen Tage aufgeweichte Boden begünstigte das Umstürzen von Bäumen. Zudem tragen noch etliche Baumarten Blätter, was die Schneelast auf den Ästen entsprechend erhöhte. In der Gemeinde Greifenburg verursachte ein umgestürzter Baum sogar einen Brand. Durch einen Kurzschluss entzündete sich ein Strommast.

Bäume stürzten auf Pkw

In der Gemeinde Himmelberg stürzten drei Bäume auf einen Pkw. Laut ORF Kärnten blieb der 36 Jahre alte Lenker aber unverletzt. Am Fahrzeug entstand Totalschaden. Auf der Drautalbundesstraße ereignete sich bei Rothenthurn eine Massenkarambolage, an der sechs Pkw beteiligt waren. Die B100 bleibt für zumindest zwei Stunden gesperrt. Auch auf der schneeglatten Südautobahn (A2) ereigneten sich mehrere Unfälle. Zwischen Bad St. Leonhard und Wolfsberg krachte ein Auto in die Leitschiene.

Auch der ORF war von dem Wintereinbruch betroffen. Die Senderanlage am Dobratsch fiel zwischenzeitlich total aus.

Der Wintereinbruch hält die Einsatzkräfte in Vorarlberg ordentlich auf Trab: Der ÖAMTC zählte am Wochenende 450 Einsätze, am Montag werden bis zu 150 weitere dazukommen.

Laut ÖAMTC-Sprecher Jürgen Wagner mussten die Pannenhelfer des Autofahrerclubs zumeist bei Problemen mit der Batterie oder der Elektrik zu Hilfe kommen. Zudem gab es mehrere „Ausrutscher“ auf eisigen oder nassen Straßen, teils „mit kapitalen Blechschäden“. Auch am heutigen Montag sei die Nachfrage groß.

130 Feuerwehren in der Steiermark im Einsatz

Der frühe Wintereinbruch mit Schneefahrbahnen auch in den tiefer gelegenen Regionen hat seit Sonntag zu mehr als 160 Einsätzen der Feuerwehren in der Steiermark geführt. Großteils mussten durch die Schneelast umgefallene Bäume weggeräumt werden. Im obersteirischen Altaussee kam ein mit 25 Tonnen Gipskartonplatten beladener Sattelschlepper von der schneeglatten Fahrbahn ab. Danach stieß er gegen eine Böschung, dabei drehte sich die Zugmaschine ein und wurde schwer beschädigt.

380 Liter Diesel mussten abgepumpt werden. Erst danach konnten die Gipskartonplatten ab- und auf einen Ersatz-Laster aufgeladen werden. Anschließend musste der verunfallte Schlepper von den Feuerwehren wieder auf die Straße gezogen werden. Die B145 war bis in die Montagmorgenstunden gesperrt.

Hunderte Feuerwehrleute mussten seit Sonntagmittag wegen des Schnees sowie Bränden bei Heizanlagen ausrücken. Von Bäumen verlegte Straßen wurden wieder freigeräumt, und von der Fahrbahn abgekommene Verkehrsteilnehmer mussten versorgt werden. Insgesamt waren rund 130 Wehren im Einsatz, wobei sich der Schwerpunkt auf die Regionen der Süd-, Ost- und Weststeiermark verlagerte.

Sechs Unfälle auf der Tauernautobahn

Auf der Tauernautobahn in Salzburg ereigneten sich aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse zwischen Flachau und dem nördlichen Tunnelportal sechs Verkehrsunfälle, bei denen zwei Menschen verletzt wurden, so die Polizei.

Gegen 1 Uhr passierten innerhalb kurzer Zeit gleich drei Unfälle. Im Tauerntunnel kollidierten zwei mal je zwei Schwerfahrzeuge. Verletzt wurde niemand, es entstand aber erheblicher Sachschaden. Zur gleichen Zeit kam in Flachau ein Bosnier mit seinem Auto ins Schleudern. Der Wagen blieb quer auf der Fahrbahn stehen. Der Lenker eines nachkommenden Sattelzuges konnte nicht mehr rechtzeitig anhalten und fuhr dem Pkw auf. Dabei wurden zwei Insassen leicht verletzt.

Chaos ist in Wien ausgeblieben

Größere Behinderungen auf Wiens Straßen gab es nicht. Das dürfte unter anderem daran liegen, dass der Schnee (fünf Zentimeter) im innerstädtischen Bereich gleich wieder verschwand. Staus gab es in erster Linie auf den Stadtautobahnen. Der Winterdienst rückte zum ersten Großeinsatz aus.

Die Situation war trotz der weißen Pracht und trotz des Wochenbeginns „relativ harmlos“, berichtete eine Sprecherin des ÖAMTC. Lediglich auf den Autobahnen, wie etwa der Südosttangente, habe der Stau früher begonnen als sonst. Was nicht nur mit den Straßenbedingungen zu tun hatte: Der ÖAMTC vermutet, dass aufgrund der Witterung mehr Leute als sonst mit dem Auto in die Stadt gefahren sind. Manche dürften auch auf die entsprechende Ausrüstung verzichtet haben: Erschwert wurde das Vorankommen laut ÖAMTC nämlich auch dadurch, dass noch immer zahlreiche Autofahrer mit Sommerreifen unterwegs waren.

Eine Krähe hat Montagfrüh die Wiener S-Bahn teilweise lahmgelegt. Wie ein ÖBB-Sprecher der APA berichtete, verursachte der Vogel einen Kurzschluss als er sich auf der Oberleitung niederließ. Aufgrund des Defektes stand am Vormittag auf der sogenannten Stammstrecke zwischen Floridsdorf und Praterstern nur ein Gleis zur Verfügung. Einschränkungen im Betrieb - etwa bei der Flughafenschnellbahn S7 - waren die Folge. (APA)


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