„Furchtloser“ Scheuch erntet mit Action-Video Spott und Hohn

Ein 73 Sekunden langes Video von und mit Kurt Scheuch sorgt im Internet für Erheiterung und Diskussionen. Der Kärntner Politiker präsentiert sich darin als furchtloser – ja was eigentlich?

Klagenfurt – Grotesker Image-Film oder misslungener Tierschutz-Werbespot? Mit einem skurrilen Video auf Youtube sorgt Kärntens Landeshauptmannstellvertreter und FPK-Obmann Kurt Scheuch für Verwunderung.

In dem 73 Sekunden kurzen Clip – Idee und Drehbuch stammen von Scheuch selbst – inszeniert sich der Parteichef als furchtloser Action-Held. In einem schwarzen BMW lässt sich Scheuch – nicht angeschnallt – zur Kärnter Landesregierung chauffieren. Er setzt sich eine blaue Kärnten-Sonnenbrille auf und marschiert in sein Büro, wo ihn eine Tigerpython, eine exotische Echse und eine Vogelspinne erwarten.

Der ehemalige Kammerrat der Land- und Forstwirtschaftskammer kennt jedoch keine Berührungsängste und geht mit den Tieren auf Tuchfühlung. Die Schlange schmiegt sich bedrohlich um Scheuchs Hals, die Spinne krabbelt über seine tätowierte Schulter. Am Ende des Videos nimmt Scheuch die Brille ab und zwinkert in die Kamera. Der Schriftzug „RespekTiere“ wird eingeblendet – Ende.

„Kein Wahlkampfvideo“

Was sich der FPK-Chef dabei gedacht hat? „Es ist ein Versuch, ein neues Medium für Bewusstseinsbildung zu verwenden“, sagte Scheuch am Montag vor Journalisten. Konkreter wollte er nicht werden: „Es kann sich jeder ein Bild machen, eine freie Interpretation ist möglich.“ „Ich lege nur Wert auf die Feststellung, dass das kein Wahlkampfvideo ist und dass ich kein Double hatte,“ betonte Scheuch gegenüber der Kleinen Zeitung.

Bezahlt habe den Film die Partei. Die Tiere – sie alle sollen ungiftig sein – sind laut der Zeitung Leihgaben vom Klagenfurter Reptilienzoo Happ.

Tätowierung sorgt für Diskussionen

Im Internet erntete Scheuchs Selbstinszenierung bereits Spott und Hohn. Das Motiv seiner Tätowierung – ein Wolfskopf und eine Kriegerfigur, deren Helm mit zwei Hörnern und einem Pentagramm geschmückt ist – sorgte auf Facebook und Twitter für Diskussionen. Die Bedeutung des Körperschmucks wollte der Politiker aber nicht verraten: „Das ist etwas persönliches, da ist ein Restgeheimnis vertretbar“, so der Landeshauptmannstellvertreter.

Es handle sich um „ein typisch männlich-martialisches Motiv von mittlerer Qualität, mindestens zehn Jahre alt“, erklärte eine Klagenfurter Tätowiererin auf Anfrage der APA.

Wofür genau das Video mit dem dubiosen Inhalt werben soll, weiß wohl niemand so genau. Fest steht jedoch, dass es nicht Scheuchs letztes Werk gewesen sein wird: „Ich habe noch viele schräge Ideen“, kündigte er gegenüber der Kleinen Zeitung an. (tt.com)


Kommentieren


Schlagworte