Tote, Überflutungen, Stromausfälle: „Sandy“ zog eine Spur der Verwüstung

Kurz nach Mitternacht (Ortszeit) traf der Super-Sturm auf Land. Mehrere Menschen, darunter auch Kinder, kamen ums Leben.

New York – Der Supersturm „Sandy“ ist in der Nacht auf Dienstag mit voller Wucht auf die US-Ostküste geprallt. 11 Bundesstaaten waren von dem Zyklon mit einem Durchmesser von 1500 Kilometern betroffen. Nach Berichten forderte der Sturm zumindest 30 Menschenleben. In zahlreichen Städten, darunter der Millionenmetropole New York, standen Straßen unter Wasser, der Verkehr kam zum Erliegen.

Bei mehr als sieben Millionen Menschen fiel der Strom aus, die Wiederherstellung kann zum Teil tagelang dauern. Die Behörden hatten mehr als eine Million Menschen angewiesen, küstennahe Gebiete zu verlassen. Zwei Atomkraftwerke wurden aus Sicherheitsgründen abgeschaltet. In New York explodierte ein Umspannwerk. Die Detonation ist im Video zu sehen.

+++ Die aktuellsten Entwicklungen im Live-Ticker +++

21:55 Uhr: Wir beenden nun unseren Live-Ticker. In Kürze finden Sie auf tt.com eine Zusammenfassung der Ereignisse, eine Reportage aus New York, Eindrücke von Tirolern sowie aktuelle Bilder.

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21:46 Uhr: Die Zahl der Toten durch den Wirbelsturm „Sandy“ steigt weiter. In den USA gibt es nach Angaben des Senders CNN mindestens 30 Todesopfer. Demnach wurde am Dienstagnachmittag (Ortszeit) ein weiterer Getöteter gemeldet, diesmal aus North Carolina.

Insgesamt hat sich CNN zufolge die Zahl im gesamten Einflussgebiet des Sturms auf 98 erhöht. Demnach kamen bereits vor „Sandys“ Eintreffen an der US-Küste 67 Menschen in der Karibik durch den Hurrikan ums Leben, ein weiteres Opfer gab es in Kanada.

21:36 Uhr: Nach seinem verheerenden Zug über Teile der US-Ostküste nimmt der abgeschwächte Sturm „Sandy“ weiter Kurs auf Kanada. Bevor er dort morgen eintreffe, könne er noch zu Überflutungen des Lake Michigan im nördlichen Mittelwesten USA sorgen, sagte der Direktor des Nationalen Hurrikan-Zentrum, Rick Knabb, am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit Reportern.

Auch an der Küste des Staates Maine könne es wegen starker Winde zu Hochwasser kommen. Teilweise seien in bereits betroffenen Staaten weiter südlich neue Überflutungen möglich. „Ich will nicht, dass irgendjemand denkt, dass das Wetter-Ereignis vorbei ist“, warnte Knabb. Es handele sich immer noch um ein großes Sturmsystem mit starken Böen. In Bergregionen in West Virginia müsse zudem weiter mit starken Schnefall gerechnet werden.

21:21 Uhr: New York wird noch lange mit den Folgen von „Sandy“ kämpfen. Teile der Stadt wurden von einer mehr als vier Meter hohen Flutwelle überschwemmt, die Wassermassen fluteten Straßen- und U-Bahn-Tunnel. Rund acht Millionen Menschen waren am Dienstag ohne Strom und müssen bis zu eine Woche auf elektrisches Licht und warmes Wasser verzichten.

21:04 Uhr: Eine Woche vor der Präsidentschaftswahl in den USA hat Wirbelsturm „Sandy“ die Wahlkampfparolen beider Kandidaten verstummen lassen. Während Präsident Barack Obama seine Wahlkampftermine auch für Mittwoch absagte, sammelte sein Herausforderer Mitt Romney am Dienstag Spenden für die Sturmopfer. Romney geriet aber in Erklärungsnot, weil er im Vorwahlkampf den nationalen Katastrophenschutz infrage gestellt hatte.

20:37 Uhr: Die Zahl der Todesopfer ist auf 29 gestiegen, wie der Nachrichtensender CNN berichtete. Zunächst hatte es geheißen, 25 Menschen seien gestorben.

Allein im Bundesstaat New York sind nach Angaben von Gouverneur Andrew Cuomo mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen, davon 10 in New York City.

Viele starben durch herabstürzende Äste, als „Sandy“ durch die Stadt und ihre Vororte tobte.

20:35 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat die Folgen der Sturmkatastrophe als „herzzerreißend“ bezeichnet. Seine Regierung werde alles dafür tun, den Geschädigten des Unwetters und der Überflutungen zu helfen, sagte er am Dienstag bei einem Besuch der Zentrale des Roten Kreuzes in Washington.

Zugleich teilte das Weiße Haus mit, dass der Präsident am Mittwoch nach New Jersey reisen werde, um sich gemeinsam mit dem Gouverneur des Staates, Chris Christie, ein Bild von der Lage zu machen.

Seine „wichtigste Mitteilung“ an die Opfer sei, „dass Amerika an Eurer Seite steht“, meinte Obama laut anwesenden Reportern in einer zehnminütigen Ansprache vor Mitarbeitern der Hilfsorganisation.

20:33 Uhr: Der Wirbelsturm „Sandy“ hat den Flugverkehr in Teilen der USA und bis nach Übersee lahmgelegt. Seit Samstag seien 16.271 Flüge ausgefallen, berichtete das Flugportal Flightstats am Dienstag. Die meisten Ausfälle gab es demnach am Montag, als der Sturm über die Ostküste hinwegfegte.

Neben den drei großen Flughäfen in und um New York City waren demnach vor allem die Flughäfen in Philadelphia, Boston und Washington betroffen. Auch am Mittwoch wird mit Ausfällen und Verspätungen gerechnet wegen Schäden, die Sturm und Fluten angerichtet haben. Viele Reisende sitzen fest.

19:08 Uhr: Rund 60 Menschen sind nach Durchzug des Wirbelsturms „Sandy“ auf einer kleinen Insel vor New York gestrandet. Sie hätten sich nicht an den Evakuierungsbefehl gehalten, berichteten US-Medien am Dienstag. Das Trinkwasser auf Fire Island vor Long Island nahe New York sei verschmutzt, Strom gebe es keinen. Zahlreiche Häuser seien davongeschwemmt worden. Berichte über Tote und Verletzte gab es nach Behördenangaben aber zunächst nicht. Die Küstenwache versuche, die Menschen von der Insel zu retten.

18:40 Uhr: Nun ist es offiziell: Die Wall Street öffnet am Mittwoch wieder. Nach zwei Tagen Stillstand wegen des Hurrikans „Sandy“ geht der Handel an der Wall Street am Mittwoch weiter. Darauf haben sich die Börsenbetreiber und die Finanzaufsichtsbehörden am Dienstag geeinigt. Sowohl die New York Stock Exchange als auch die Technologiebörse Nasdaq werden normal öffnen, wie sie gegen Mittag (Ortszeit) erklärten.

18:04 Uhr: Die Zahl der Todesopfer muss weiter nach oben korrigiert werden. 27 Menschenleben hat der Sturm bisher gefordert.

Der TV-Sender Fox News berichtete sogar von 33 Toten, während nach Angaben des Fernsehsenders CNN mindestens 26 Menschen in Kanada und den USA ums Leben gekommen sein sollen. Allein in der Millionenmetropole New York starben nach Angaben von Bürgermeister Michael Bloomberg zehn Menschen. Sie wurden von umstürzenden Bäumen oder umherfliegenden Ästen getroffen oder kamen mit herunterhängenden Stromkabeln in Berührung.

17:51 Uhr: Das verheerende Unwetter an der US-Ostküste hat die Vorlage eines wichtigen Konjunkturindizes verzögert. Die neuesten Daten über das Verbrauchervertrauen werden erst an diesem Donnerstag veröffentlicht, teilte das private Forschungsinstitut Conference Board in Washington mit.

Eigentlich sollte die Analyse der Konsumstimmung am Dienstag veröffentlicht werden, die Erstellung habe aber wegen des Wirbelsturms „Sandy“ unterbrochen werden müssen. Der Index hat eine herausgehobene Bedeutung zur Einschätzung der Wirtschaftslage in den USA, weil die Konjunktur etwa zu 70 Prozent vom privaten Konsum abhängt. Zuletzt war er deutlich gestiegen.

17:50 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat wegen der Sturmkatastrophe an der amerikanischen Ostküste weitere Wahlkampfauftritte abgesagt. Er werde am Mittwoch nicht in den Bundesstaat Ohio reisen, um seine geplanten Kundgebungen abzuhalten, teilte das Weiße Haus am Dienstag in Washington mit. Der Präsident wolle sicher gehen, dass die Hilfsmaßnahmen für die betroffenen Staaten weiter liefen.

17:19 Uhr: Nach zwei Tagen Handelspause wegen des Wirbelsturms „Sandy“ will die New Yorker Börse Nyse Euronext am Mittwoch wieder öffnen. Geplant sei ein ganz normaler Handelstag, erklärte der Betreiber am Dienstag. Es werde allerdings auch ein Alternativ-Plan geprüft, aber „nur für den Fall der Fälle“, hieß es.

17:08 Uhr: Präsident Obama wird auch am Mittwoch in Washington bleiben, um die Aufräumarbeiten zu überwachen. Er nimmt damit weiterhin nicht an den geplanten Wahlkampfveranstaltungen im „Swingstate“ Ohio teil.

17:00 Uhr: Der LaGuardia-Flughafen in New York wird am Mittwoch wegen weitreichender Schäden geschlossen bleiben. Im Gegensatz dazu, wird der JFK-Airport seinen Betrieb morgen laut Gouverneur Cuomo vermutlich wieder aufnehmen.

16:50 Uhr: Während entlang der US-Ostküste die Aufräumarbeiten beginnen, hat sich „Sandy“ in West Virginia in einen heftigen Schneesturm verwandelt. 250.000 Menschen sind dort derzeit ohne Stromversorgung.

16:43 Uhr: Die Opferzahl in den USA infolge des Sturms hat sich laut CNN auf mindestens 26 erhöht.

16:35 Uhr: New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagte in einer Pressekonferenz, dass „Sandy“ wohl der heftigste Sturm war, den die Stadt je erlebt hat. Mindestens zehn Menschen kamen allein in New York ums Leben. Bei dem Brand im Stadtteil Queens seien mehr als 80 Häuser zerstört worden.

Das Leitungswasser in ganz New York sei genießbar. Alle 1700 Schulen der Stadt sollen am Mittwoch geschlossen bleiben. Das U-Bahn-System bleibe für „vier bis fünf Tage“ inaktiv. Einige Busverbindungen sollen aber bereits am Dienstagnachmittag wieder aufgenommen werden.

16:20 Uhr: Aktuellen CNN-Meldungen zufolge soll die New Yorker Börse an der Wall Street am Mittwoch doch wieder öffnen.

16:15 Uhr: Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, zieht in Erwägung, einen Damm für New York bauen zu lassen, der die Stadt vor künftigen Stürmen schützt. „Es ist etwas, an das wir denken müssen“, sagte er laut New York Times. „Beim Erbauen dieser Stadt, wurde ein solches Bedrohungsszenario nicht berücksichtigt. Wir sind nur ein paar Meter über dem Meeresniveau und die heutigen Fluten in Manhattan waren außerordentlich.“

15:57 Uhr: Die US-Börse könnte auch am Mittwoch geschlossen bleiben. Die Entscheidung darüber soll in den nächsten Stunden fallen. Die Vertreter der Handelsplätze beraten gerade über die nächsten Schritte. Es wäre der dritte Tag in Folge ohne Präsenz- oder elektronischen Handel an der Wall Street.

15:47 Uhr: Der New Yorker Stadtteil Manhattan könnte unterhalb von Midtown noch mehrere Tage ohne Strom bleiben, heißt es seitens der Betreiberfirma, des bei einer Explosion zerstörten Elektrizitätswerks am East River (siehe Video). Sehr schlechte Nachrichten für die rund 240.000 betroffenen Bewohner.

15:30 Uhr: Rund 7,5 Millionen Menschen in 15 Bundesstaaten und Washington D.C. haben derzeit keinen Strom. In West Virginia sind innerhalb kürzester Zeit zirka 70 Zentimeter Schnee gefallen.

15:15 Uhr: Der republikanische Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, hat Obama ausdrücklich für sein Krisenmanagement gelobt. „Ich will dem Präsidenten persönlich für all seine Hilfe danken, während wir uns von dem Sturm erholen“, schrieb Christie im Kurznachrichtendienst Twitter mit Blick auf seinen politischen Widersacher.

New Jersey, der Nachbarstaat von New York, ist besonders hart getroffen worden. Laut Christie sind dort mehr als zwei Millionen Einwohner ohne Strom.

15:08 Uhr: Der Chefverantwortliche für den öffentlichen Verkehr in New York, Joseph Lhota, meint, dass der U-Bahn- und Busverkehr in den nächsten Tagen „stückweise“ wieder hergestellt werden kann. „Wir müssen kreativ sein“, sagte er gegenüber der New York Times. Einen genauen Zeitplan für die Reparaturarbeiten kann er aber noch nicht liefern.

14:55 Uhr: Ein eindrucksvolles Satellitenbild des Wirbelsturms (aufgenommen um 12 Uhr MEZ) finden Sie hier: www.bit.ly/SrA4e0

14:47 Uhr: Laut CNN verbrachten fast 11.000 Menschen die Nacht auf Dienstag in den 258 Lagern des Roten Kreuzes, die auf 16 Bundesstaaten verteilt errichtet wurden.

14.15 Uhr: Der Atommeiler Salem 1 am Delaware River im US-Bundesstaat New Jersey ist am Dienstag im Zusammenhang mit dem schweren Wirbelsturm „Sandy“ abgeschaltet worden. Wie der Betreiberkonzern PSEG mitteilte, waren zuvor vier der sechs Wasserkreislaufpumpen ausgefallen. Der Nachbarreaktor in Hancocks Bridge arbeite normal.

Die US-Atomaufsichtsbehörde NRC hatte zuvor bekannt gegeben, dass im Atomkraftwerk Oyster Creek, ebenfalls in New Jersey, Flutwellen und heftiger Regen den Pegel im Kühlwasser-Reservoir des Meilers hätten ansteigen lassen. Dadurch sei ein Alarmsignal ausgelöst worden. Eine Gefahr für die Sicherheit habe nicht bestanden. Das Kraftwerk war wegen des herannahenden Unwetters zuvor abgeschaltet worden. Oyster Creek ist das älteste Atomkraftwerk, das in den USA noch am Netz ist. Der Meiler war 1969 erstmals in Betrieb genommen worden.

14.12 Uhr:

Washington D.C. bleibt weiter im Ausnahmezustand. U-Bahn, Busse und andere öffentliche Verkehrsmittel waren zunächst weiterhin außer Betrieb. Zunächst müssten Einsatzteams das Ausmaß des Schadens ermitteln, heißt es von der Verkehrsbehörde. Die Bundesbehörden, die Stadtverwaltung sowie die meisten Schulen blieben am Dienstag einen weiteren Tag geschlossen.

Nach ersten Erkenntnissen hielt sich der Schaden in der Hauptstadtregion im Vergleich zum 350 Kilometer nordöstlich gelegenen New York in Grenzen. Das Wetteramt kündigte für Washington und Umgebung abflauende Böen und vereinzelt Schneefall an.

14.03 Uhr:

Mehr als sechs Meter hohe Wellen auf dem Onatriosee an der amerikanisch-kanadischen Grenze: „Sandy“ wühlt mit ihren Windböe das Wasser heftig auf.

13.55 Uhr:

Die drei großen Flughäfen in New York bleiben am Dienstag geschlossen. 5700 Flüge wurden annuliert. Insgesamt fielen wegen „Sandy“ damit bislang 15.500 Flüge aus, berichtet die N

ew York Times

. Die Fluglinien hoffen, dass sie ab Mittwochnachmittag wieder den Betrieb aufnehmen können, Trotzdem kann es Tage dauern, bis alle betroffenen Passagiere umgebucht sind.

13.45 Uhr:

In mehreren TV-Sendungen beschrieb Gouverneur Chris Christie die Situation in New Jersey: 2,4 Millionen Menschen ohne Strom, eine zerstörte Jersey Shore, fast kein Strom in der Stadt Newark und unzählige Menschen, die festsitzen, nachdem Wasser die Dämme durchbrochen hat. Der Gouverneur übte heftige Kritik am Bürgermeister von Atlantic City, der Stadt, die als eine der ersten von „Sandy“ getroffen wurde. Der Bürgermeister habe „gemischte Signale“ an die Menschen geschickt, als er sagt, sie könnten beruhigt in der Stadt bleiben, nachdem der Gouverneur die Evakuierung angeordnet hatte. „Das war falsch von ihm.“ Jetzt würde in der Stadt noch immer die Suche und Rettung von Menschen laufen.

Auf die Frage, ob er mit den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney, den Christie unterstützt, auf einer Tour durch die verwüsteten Gebiete begleiten würde, antwortete der Gouverneur: „Wenn sie glauben, dass mich der Präsidentschaftswahlkampf im Moment auch nur im entferntesten interessiert, dann kennen sie mich nicht.“ Mit US-Präsident Barack Obama habe er in den letzten Stunden drei Mal telefoniert.

13.31 Uhr:

Nach dem Deichbruch nahe Little Ferry im Bundesstaat New Jersey haben die Rettungskräfte Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht. Einige hatten sich vor dem Hochwasser auf die Dächer ihrer Wohnwagen geflüchtet hatte. Hunderte säßen jedoch noch fest und bräuchten Hilfe, sagte Gouverneur Chris Christie zu CNN. Drei Orte waren überflutet worden, nachdem eine Springflut über einen natürlichen Damm geschwappt war.

13.10 Uhr:

Auch wenn der Sturm langsam abflaut, ein Ende der schweren Unwetter scheint noch nicht in Sich. Wetterexperten befürchten, dass „Sandy“ sich im Nordosten noch mit einem Wintersturm vereinen könnte. Diese Kombination könnte zum der schwersten Unwetter seit Jahrzehnten führen. Zudem könnte der Zyklon einen Blizzard erzeugen, der in den Bergen von West Virginia bis zu einem Meter Neuschnee bringen könnte. Bereits in der Nacht auf Dienstag fiel in North Carolina Schnee.

12.50 Uhr:

US-Präsident Barack Obama hat am Dienstag für die vom Hurrikan „Sandy“ schwer getroffenen Bundesstaaten New York und New Jersey den Notstand ausgerufen. Das teilte das Weiße Haus in Washington mit.

Die Entscheidung ermöglicht es den vom Sturm Betroffenen, Bundesgelder zu beantragen, etwa für den Wiederaufbau ihrer Häuser oder für die Unterbringung in Ersatzwohnungen.

12.45 Uhr:

Der Großbrand im New Yorker Stadtteil Queens ist noch immer nicht unter Kontrolle. Die Feuerwehrmänner wurden durch den Wind und mangelndem Wasser stark behindert. „Wenn wir einmal vor Ort sind, ist es schwierig, mit der Arbeit zu beginnen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr gegenüber der

New York Times

. „Der Wind treibt die Flammen von Haus zu Haus. Das zweite Problem ist, dass wir Schwierigkeiten haben, an Löschwasser zu kommen.“ Meerwasser kann mit der Ausrüstung nicht verwendet werden, erklärte er. Ob Menschen bei dem Feuer verletzt wurden, dass bereits seit einigen Stunden wütet, ist noch nicht bekannt.

12.30 Uhr:

Sturm

„Sandy“ setzt seinen Weg in Richtung Nordwesten fort. Er befand sich am frühen Dienstagmorgen (Ortszeit) 140 Kilometer westlich von Philadelphia. Laut dem National Hurricane Center werden immer noch Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 km/h erreicht. Im Laufe des Mittwochs wird der Zyklon vorraussichtlich Kanada erreichen. Zwar verliert der ehemalige Hurrikan stetig an Kraft , aber in Kombination mit der nächsten Flut am Dienstag - die wegen des Vollmonds sowieso höher ausfällt - kann es laut der Behörde erneut zu Überflutungen kommen.

12.20 Uhr:

Die Zahl der Todesopfer steigt weiter. Laut CNN kamen in New York fünf Menschen ums Leben und drei in New Jersey. In Maryland, Conneticut und Pennsylvania waren jeweils zwei Tote zu beklagen. Eine Person starb in West Virginia. Eine Frau, die auf der in Seenot geratene „HMS Bounty“ war, verstarb kurz nach ihrer Rettung. Damit kamen in den Vereinigten Staaten bislang 16 Menschen ums Leben. Eine Frau wurde zudem in Kanada getötet.

12.15 Uhr:

Nach dem Deichbruch im Norden New Jerseys laufen die Rettungsarbeiten. Auf ihrer Twitter-Seite erklärte die Polizei, dass der Damm in Moonachie nahe Little Ferry gebrochen sei. Der Polizeichef Ralph Verdi sagte CNN, Rettungskräfte brächten die Anrainer in Sicherheit. Mancherorts sei der Pegel bis zu 1,8 Meter gestiegen. „Es war eine extrem schwierige Nacht“, sagte der Polizeichef. „Wir haben noch immer Stromausfall. Wir tun unser Bestes.“ Seine Stadt sei „in echten Schwierigkeiten“.

12.00 Uhr:

Der Bürgermeister von Philadelphia, Michael Nutter, sagte gegenüber CNN, die Stadt habe „Sandy“ gut überstanden. „Wir sind durchgekommen.“ Die Notfallpläne hätten gut funktioniert. Er berichtete von umgestürzten Bäumen und Überflutungen entlang des Delaware River. Die Schulen bleiben in Philadelphia am Dienstag geschlossen. Auch der Nahverkehr bleibt außer Betrieb.

11.56 Uhr:

Der Gouverneur von Conneticut twitterte an die Bewohner: „Wenn Sie vom Wasser eingeschlossen sind, rufen Sie um Hilfe, wenn Sie können. Begeben Sis sich in die oberen Stockwerke ihres Hauses. Hängen Sie ein weißes Tuch aus einem Fenster zur Straßenseite.“

11.55 Uhr:

Nach dem Wirbelsturm „Sandy“ entspannt sich in den ersten Teilen der schwer getroffenen Millionenstadt New York die Lage. Die Fluten wichen am Dienstagmorgen zurück. In dem weniger vom Unwetter geschädigten Stadtteil Harlem, wo in der Nacht das Wasser des Hudson River in Ufernähe knietief stand, blieb eine dünne Schlammschicht auf den Wegen zurück. Abgeknickte Äste lagen am Rand der Straßen. Insgesamt haben fast zwei Millionen New Yorker am frühen Morgen keinen Strom. Anders als in den tiefer gelegenen südlichen Teilen der Insel Manhattan hatten die Menschen im nordwestlichen Teil Strom. Auch die Handynetze funktionierten dort.

11.50 Uhr:

Die Veranstalter des New York Marathon gaben bekannt, dass nach derzeitigem Stand der Lauf wie geplant stattfinden kann. „Die Zeit ist auf unserer Seite“, sagte Geschäftsführerin Mary Wittenberg. Als logistische Herausforderung könnte sich jedoch die Anreise der 18.000 bis 20.000 internationalen Läufer erweisen, da die Flughäfen in New York geschlossen sind.

11.42 Uhr:

Der Wirbelsturm „Sandy“ hat die Versorgung der US-Ostküste mit Benzin, Diesel und Flugzeugtreibstoff nahezu lahmgelegt. Die Raffinerien an der Ostküste drosselten ihre Kapazitäten um fast 70 Prozent, wie die Betreiber am späten Montagabend mitteilten, als „Sandy“ auf die Ostküste traf. Zudem sollte die Colonial Pipeline, die die Ostküste mit den Raffinerien an der Golfküste verbindet, auf ihrer Hauptverbindung nach Philadelphia und New York City geschlossen werden. Außerdem haben die meisten großen Häfen entlang des betroffenen Ostküstenabschnitts ihren Betrieb eingestellt. Rund eine Mio. Barrel täglich werden über die Häfen importiert.

11.05 Uhr:

Der Kran, der vom Sturm schwer beschädigt wurde, schwebt immer noch bedrohlich neben dem Rohbau eines Hochhauses in Lower Manhattan. Ein Hotel und umliegende Gebäude wurden noch in der Nacht evakuiert, da die Gefahr besteht, dass der Kran umstürzt. Der Kran konnte aufgrund des Windes noch nicht gesichert werden.

10.53 Uhr: Experten schätzen, dass „Sandy“ einen Schaden von bis zu 20 Milliarden Dollar angerichtet hat. Die Versicherungsbranche dürfte davon 5 bis 10 Milliarden Dollar zu tragen haben, teilte der auf Risikoanalysen spezialisierte Versicherungsdienstleister Eqecat in der Nacht zum Dienstag in Oakland mit. Den volkswirtschaftlichen Schaden schätzen die Experten auf 10 bis 20 Milliarden Dollar.

10.20 Uhr: „Sandy“ wurde zwar von einem Hurrikan zu einem post-tropischen Wirbelsturm herabgestuft. Von seiner Gewalt hat der Supersturm aber nichts verloren, Windböen können Geschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern erreichen. Auswirkungen sind vom Norden Georgias bis Quebec in Kanada zu spüren.

10.19 Uhr: Nach einem Deichbruch sind tausend Menschen in drei Städten in New Jersey von den Fluten bedroht. Wie CNN berichtet müssen die Bewohner einer Wohnwagensiedlung geborgen werden. Die Menschen sollen sich demnach auf die Dächer ihrer Wohnwagen geflüchtet haben. Rettungsteams sind unterwegs. Mittlerweile ist die Zahl der Todesopfer auf 16 gestiegen.

10.10 Uhr: Atlantic City wurde von „Sandy“ schwer getroffen. Das Zentrum des Sturms traf am Montagaben ganz in der Nähe an der Küste von New Jersey auf Land. Die Stadt wurde überflutet, Teile der historischen Strandpromenade wurden völlig zerstört. Im Laue der Nacht zog sich das Wasser zwar etwas zurück. Doch jetzt beginnt das Warten auf die „normale“ Flut, die beim heutigen Vollmond sowieso höher ausfällt. Aber der weiter stramme Wind könnte noch mehr Wasser an Land treiben.

10.03 Uhr:

Im Atomkraftwerk Oyster Creek südlich von New York wurde wegen eines bedrohlich ansteigenden Wasserspiegels Alarm ausgelöst worden, teilte die US-Atomaufsichtsbehörde NRC am späten Montagabend (Ortszeit) mit. Das Kraftwerk im Bundesstaat New Jersey sei zu dem Zeitpunkt bereits abgeschaltet gewesen. Wind, Sturmflut und Regen hätten das Wasser zunächst stark anschwellen lassen. In den folgenden Stunden sollte es aber rasch ablaufen, hieß es. Oyster Creek ist seit 1969 am Netz und das älteste laufende Atomkraftwerk der USA.

9.37 Uhr: In acht Bundesstaaten - von North Carolina bis Pennsylvania und bis Ohio sorgte „Sandy“ für einen Wintereinbruch. Der Sturm, den Meteorologen inzwischen zu einem post-tropischen Wirbelsturm hinuntergestuft haben, hat sich mit einer Kaltfront aus dem Nordwesten vereint. In den letzten Stunden fielen in West Virginia stellenweise bereits bis zu 40 Zentimeter Neuschnee. Wetterexperten rechnen damit, dass in den nächsten Stunden die Schneedecke auf fast einen Meter anwachsen wird.

9.27 Uhr: Das Feuer in Queens dehnt sich weiter aus. Laut New York Times wurden mehr als 50 Häuser von den Flammen zerstört. An die 200 Feuerwehrmänner sind im Einsatz. Der Brand ist noch nicht unter Kontrolle. Das Feuer wurde von herabgerissenen Stromleitungen ausgelöst.

9.05 Uhr: Das Zentrum von „Sandy“ bewegt sich in Richtung Pennsylvania weiter. Doch das Schlimmste ist noch nicht überstanden.

8.53 Uhr: Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat seine Teilnahme an einer Veranstaltung für die Opfer des Wirbelsturms „Sandy“ angekündigt. Romney werde am Dienstag im besonders umkämpften Bundesstaat Ohio einem Sturmhilfe-Event beiwohnen, teilte sein Wahlkampfteam mit. Die Veranstaltung werde in einer Sportarena in Kettering nahe der Stadt Dayton stattfinden. Ursprünglich hatte Romney dort einen Wahlkampftermin geplant. Bei dem Sturmhilfe-Event sollten mit dem Republikaner nun der US-Autorennfahrer Richard Petty und der Country-Musiker Randy Owen auftreten.

8.50 Uhr: Die New Yorker Börsen Nyse und Nasdaq bleiben wegen des Supersturms „Sandy“ auch am Dienstag geschlossen. Der Handel mit US-Staatsanleihen findet dann wetterbedingt ebenfalls nicht statt. Nyse und Nasdaq planen, den Aktienhandel am Mittwoch wieder aufzunehmen, dem letzte Handelstag des Monats, an dem Investoren üblicherweise ihre Portfolios anpassen.

8.40 Uhr: Auf die Frage, ob „Sandy“ der „perfekte Sturm“ sei, antwortete CNN-Meteorologe: „Er war mehr als perfekt.“

8.35 Uhr: Wie CNN am Dienstagmorgen meldete, traf ein Ast nach Polizeiangaben im US-Staat Pennsylvania einen achtjährigen Jungen und tötete ihn. Zuvor waren schon bei New York zwei Kinder in einem Haus von einem herabstürzenden Ast erschlagen worden. Laut CNN waren 6,5 Millionen Menschen in mehreren US-Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington von Stromausfällen in Folge des Unwetters betroffen.

8.33 Uhr: Via Facebook berichtete Martin Hörmann dem TT.com-Team vom Beginn des Sturms in New York: „Immer wieder spürt man die Sturmböen, wie sie den Regen gegen das Fenster peitschen. Bäume biegen sich im Licht der Skyline und lassen all ihre Blätter fallen. Der Central Park ist für Besucher gesperrt. Es gibt Evakuierungszonen in der gesamten Stadt - vor allem in Downtown. Immer wieder flackert das Licht im Zimmer. Das Internet fällt zeitweise aus. Teilweise mussten die Menschen ihre Wohnungen, bzw. Hotels verlassen. Der Bürgermeister hält Ansprachen in Spanisch und Englisch über die aktuelle Lage. Es herrscht gespenstische Stille. Unheimlich wie sich die Stadt innerhalb von 24h verändert. Gestern waren die Straßen noch voll mit Touristen, die mit ihren Shopping-Bags die 5th Avenue entlang laufen.“

8.30 Uhr: An der US-Ostküste ist es 2:30 Uhr nachts. Das ganze Ausmaß der Schäden wird erst bei Tagesanbruch zu sehen sein. Laut CNN werden bislang allein die Schäden, die der Wind angerichtet hat, auf 3 Milliarden Dollar geschätzt. Hochwasserschäden usw. sind dabei noch nicht eingerechnet.

8.20 Uhr: Die New Yorker U-Bahn wurde von „Sandy“ schwer getroffen. „Das New Yorker U-Bahn-System ist 108 Jahre alt, aber es wurde noch nie von einer so zerstörerischen Katastrophe getroffen“, sagte der Chef der Metropolitan Transportation Authority (M.T.A.). Sieben Tunnel unter dem East River wurden geflutet, Stromleitungen von zwei Linien wurden zerstört. Sechs Busdepots wurden vom Hochwasser außer Betrieb gesetzt. Wann das öffentliche Verkehrsnetz wieder laufen wird, konnten die Verantwortlichen in der Nacht noch nicht abschätzen.

8.10 Uhr: Eine der größten New Yorker Krankenhäuserwird evakuiert. Die Notstromversorgung im N.Y.U. Langone fiel aus. 215 Patienten - fast alle Intensivpatienten - wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Die Rettungskräfte mussten laut CNN die Menschen über die Treppen bis zu 15 Stockwerke nach draußen tragen - streckenweise nur im Licht von Taschenlampen.

8.05 Uhr: Kampf gegen Feuer und Wasser:Kurz nach 23 Uhr brach im Stadtteil Queens ein Großbrand aus. Laut New York Times kämpften 140 Feuerwehrmäner gegen die Flammen. „Es ist ein riesiges Feuer, zahlreiche Häuser sind betroffen“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Das Gebiet liegt in einem Teil der Stadt, der am meisten vom Hochwasser betroffen war.

8.00 Uhr: In einem New Yorker Umspannwerk ereignete sich Montagabend eine gewaltige Explosion. Sie schnitt 250.000 Menschen von der Stromversorgung ab. Die Ursache ist nicht bekannt. Der Senior Vice-President des Betreibers sagte, die Überschwemmung oder herumfliegende Trümmerteile könnten mitverantwortlich sein. (tt.com, APA, dpa)


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