Protest gegen Deponie auf Ferrariwiese erreicht Wien

Genehmigungsverfahren im Land ist noch immer nicht abgeschlossen. Online-Petition mit 1365 Unterschriften wurde Umwelt-LR übergeben.

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Seit der Eröffnung des Genehmigungsverfahrens durch die Abteilung Umweltschutz im Amt der Tiroler Landesregierung sind inzwischen fast vier Monate vergangen. Entschieden sei noch nichts, heißt es gestern auf Nachfrage der TT: „Die Gutachten sind noch nicht vollständig.“ Und auch rechtlich bereite die eine oder andere Frage Kopfzerbrechen.

Die Rede ist von der geplanten Deponie für Bodenaushub- und Tunnelausbruchmaterial auf der so genannten Ferrariwiese an der südlichen Einfahrt zu Innsbruck. Die Innsbrucker Kies- und Splittwerke GmbH & Co. KG will dort auf einer Fläche von 75.300 m² binnen zehn Jahren 510.000 Kubikmeter deponieren. Umweltschonend und in Etappen, wie die Firma damals gegenüber der TT versicherte. Danach werde die Fläche wieder rekultiviert.

Die Innsbrucker Stadtpolitik sagte dazu bereits Nein. Sie fürchtet um ihr Ortsbild. Detail am Rande: Die Stadt verfügt auf dem Areal noch über die grundbücherliche Dienstbarkeit der „Duldung der Ausübung des Wintersportes“.

Ein Nein will auch der Osttiroler BZÖ-Nationalratsabgeordnete Gerhard Huber zur Deponie erreichen. Hierzu hat er im Parlament in Wien eine diesbezügliche Petition eingebracht, die dem Petitionsausschuss zugewiesen wurde. „Auch der Bund muss sich einmal mit den Bodenaushubdeponien beschäftigen“, will Huber eine neue gesetzliche Regelung erwirken. Die Erfolgsaussichten dürften aber enden wollend sein. Zumal Hubers Petition mit dem gestrigen Tag erst durch vier Personen eine Online-Zustimmungserklärung erreichen konnte.

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Mit mehr Gewicht kann da schon Clemens Madlener aufwarten. Er hatte bereits nach den ersten TT-Meldungen zum geplanten Vorhaben eine Bürgerinitiative gestartet. 1365 Unterschriften konnte er via Internet gegen die Deponiepläne sammeln. Eine Unterschriftenliste, die Madlener vor wenigen Tagen Umweltlandesrat Thomas Pupp im Landhaus überreichte. Dass sich politische Gruppierungen wie das BZÖ oder die Liste Fritz auf seine Seite schlagen, will Madlener nicht werten, nur so viel: „Am liebsten wäre es mir, das alles bliebe komplett überparteilich.“ Auch das lange Behördenverfahren will Madlener noch nicht als Erfolg verbuchen: „Grundsätzlich bleibe ich aber positiv eingestellt.“


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