17-jähriger Vorarlberger wegen Mordversuch vor Gericht

Im März hatte der Bursche auf seine damals 18-jährige Freundin mit einem mitgebrachten Messer mehrmals eingestochen, weil sie sich von ihm trennen wollte. Der Angeklagte zeigte sich reuig, er könne sich nur noch an den ersten Stich erinnern.

Bregenz - Im Prozess wegen Mordversuchs am Landesgericht Feldkirch gegen einen 17-jährigen Burschen haben sich die Geschworenen am Nachmittag zur Beratung zurückgezogen. Im März 2012 hatte der Bursche auf seine damals 18-jährige Freundin mit einem mitgebrachten Messer eingestochen, weil sie sich von ihm trennen wollte.

Die Frau hatte die Beziehung zu dem sehr eifersüchtigen Mann beendet. In der Nacht auf den 3. März wollte er seine Geschenke zurückhaben. Die heute 19-Jährige berichtete unter Tränen, wie sie die Tür einen Spalt öffnete, um diese hinauszureichen. Der Bursche aber stach zu, drückte die Tür auf und beendete seine Messerattacke erst, als die Mutter der Frau, alarmiert durch ihre Schreie, die 16-jährige Schwester und ein Nachbar dazukamen.

Gerichtsmediziner Walter Rabl stellte 16, teils sehr tiefe Stich-und Schnittwunden bei dem Opfer fest. Jeder der Stiche hätte tödlich sein können, die Frau habe großes Glück gehabt, erklärte er. Die Stiche wurden mit solcher Wucht ausgeführt, dass die Klinge abbrach. Die Frau, die schwer verletzt überlebte, leidet seither unter den psychischen Folgen der Tat.

Der Angeklagte beteuerte vor Gericht seine Reue, er könne sich die Tat nicht erklären. Er habe die Frau nicht töten wollen. Das Messer - das schärfste, das er finden konnte - habe er mitgenommen, weil er sich selbst vor den Augen der Freundin umbringen wollte. Zudem könne er sich nur noch an den ersten Stich erinnern, danach wisse er nichts mehr.

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Laut Gerichtspsychiater Reinhard Haller ist der Angeklagte zurechnungsfähig, wenn auch eingeschränkt. Die Gedächtnislücke des 17-Jährigen erklärte Haller mit Verdrängung. (APA)


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