Beweislage in brutalem Mord an Österreicher abgeschlossen

Polizeibericht: Die Anklage gegen die verdächtigte Ungarin lautet „Mord aus niederträchtigen Gründen“.

Die ungarische Polizei hat die Beweisnahme im Fall des Mordes an einem Österreicher am 24. November 2011 in der westungarischen Stadt Sopron abgeschlossen. Die Anklage gegen die Lebensgefährtin des nach Ungarn übersiedelten 68-jährigen lautet „Mord aus niederträchtigen Gründen“, berichtete das Internetportal „kisalföld.hu“ und zitiert Zoltan Karolyi, Leiter der Abteilung Verbrechen des Polizeipräsidiums des Komitats Györ-Sopron. Der Leichnam sei wie eine Mumie in Nylon verschnürt und im Keller des Hauses in der Bem-Straße versteckt worden.

Laut Polizei hat die verdächtigte Ungarin (50) letztlich die Tat gestanden. Nach ihrer Aussage hätte ihr Lebensgefährte sie mehrfach geschlagen, sexuell misshandelt, hätte immer getrunken. Auch am Mordtag sei er alkoholisiert gewesen, weswegen sie ihn würgte, bis er ohnmächtig wurde. Dann habe die Frau dem Opfer mit einem Küchenmesser mehrere Stiche zugefügt, ihn letztlich die Kehle durchgeschnitten und mit einem 60 cm langen Brecheisen den Kopf zertrümmert. Nach dem Geständnis der Ungarin sei ihr Sohn (22) während der Tat im Nachbarzimmer gewesen, hätte später aber gemeinsam mit der Mutter den Leichnam verschnürt, der zunächst im Garten vergraben werden sollte, was jedoch durch das Auftauchen des Nachbarn verhindert wurde, wie auch die „Kronenzeitung“ berichtete.

Laut dem Kriminalisten Zoltan Karolyi würden die Beweise die Aussage der Ungarin jedoch widerlegen. Der Österreicher sei laut Gerichtsmedizinern kein Alkoholiker gewesen, wie behauptet. Er hätte im Sommer 2011 das Haus seiner Lebensgefährtin überschrieben, es sich inzwischen jedoch anders überlegt und wollte sein Testament ändern. Auch das Verhältnis zwischen den beiden Lebensgefährden habe sich verschlechtert, als sich herausstellte, daß der Sohn früher im Gefängnis war. Laut Zoltan Karolyi hat der Sohn hinsichtlich der Beweislage nicht an dem Mord teilgenommen. Für Beihilfe zum Mord können bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe verhängt werden, für niederträchtigen Mord wiederum lebenslänglich. Der Prozeß soll demnächst beginnen.

Laut Polizeibericht hatte die in Österreich lebende Tochter der Verdächtigten einen Tag nach der Tat die österreichische Polizei verständigt. Laut ihrer Aussage hätte ihre Mutter sie angerufen und den Mord an ihrem Lebensgefährten gestanden. Danach wurde das ungarische Polizeipräsidium durch die österreichischen Kollegen informiert. Ihnen gegenüber behauptete die Verdächtigte zunächst, ihr Lebensgefährte sei nach Wien gereist.

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