„Wir wollen nicht mehr Letzter sein“

Mit der roten Laterne des Tabellenletzten reiste der FC Wacker Richtung Osten, bei der Rückfahrt soll das verhasste Ding in Wr. Neustadt bleiben. Das haben sich die Tiroler für das heutige Kellerderby vorgenommen.

Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Neun Runden lang rangiert der FC Wacker nun schon auf dem letzten Platz der tipp3-Bundesliga – höchste Zeit für Veränderung. „Wir wollen gewinnen und in der Tabelle wieder den Neuner vor dem Vereinsnamen sehen“, gab Roli Kirchler daher vor der gestrigen Abfahrt Richtung Osten die Parole für das heutige Nachzüglerduell ab 16 Uhr in Wr. Neustadt aus. Nach zuletzt drei Siegen in Serie – 1:0 gegen Ried, 2:1 in Mattersburg und der 2:1-Auswärtserfolg im Pokalachtel­finale gegen Sturm Graz – soll der vierte Streich gegen den Vorletzten folgen. „Bis jetzt ging alles auf. Ich hab‘ schon überlegt, im Lotto mitzuspielen“, blickt Kirchler dem heutigen Spiel optimistisch entgegen: „Vor allem die Art und Weise, wie wir in der zweiten Halbzeit in Graz aufgetreten sind, hat mir richtig getaugt.“

Wohlwissend, „dass Fußball­ kein Wunschkonzert ist“, man sich immer und überall alles hart erkämpfen muss, setzt Kirchler in Wr. Neustadt auf jene Tugenden, die zuletzt die Aufholjagd ermöglichten: „Wir werden nicht auf Teufel komm raus stürmen, aber doch versuchen, spielerisch Akzente zu setzen.“ Bis auf die Verletzten Sascha Wörgetter, Christian Schilling und Daniel Schütz reiste der FC Wacker in stärkster Besetzung an. Julius Perstaller, der in Graz mit einem herrlichen Weitschuss das zwischenzeitliche 1:1 besorgte und dann mit Bändereinriss im Sprunggelenk vom Feld musste, bestand im Abschlusstraining den Fitnesstest. Die Bedeutung des Nachzügler­duells sieht der Wacker-Coach ziemlich emotionslos: „In den Spielen gegen Ried und Mattersburg hatten wir mehr Druck, weil wir da unbedingt gewinnen mussten, um uns überhaupt in die jetzige Situation zu ermöglichen.“ An Selbstvertrauen mangelt es den Schwarzgrünen nach dem Trainereffekt jedenfalls nicht. „Die Siege haben uns gutgetan, damit wird vieles einfacher. Es ist wieder eine­ Lockerheit im Team, das macht das Gewinnen auch leichter“, meinte Christoph Saurer, der zuletzt auf mehreren Positionen aufzeigte­ und nach seinem starken Auftritt in Graz heute gegen seinen Ex-Klub gesetzt ist.

„Es ist ein sehr wichtiges Spiel für beide Mannschaften. Ich werde dem Roli nichts schenken und er mir nichts“, erklärte Wr.-Neustadt-Coach Heimo Pfeifenberger zum Kellerderby: „Die Tagesverfassung wird entscheidend sein, wer die Zweikämpfe gewinnt, wer in der Offensive Akzente setzt. Ich glaube, dass beide Mannschaften ähnlich spielen.“ Dem Gegner aus Tirol wird Respekt gezollt: „Der Roli­ hat der Mannschaft neue Impulse einhauchen können, aber das habe ich auch erwartet“, so Pfeifenberger, der seine Abwehr aufgrund der Sperre von Jiri Lenko umbauen muss. Ein Fix­starter in der Verteidigung der Niederösterreicher ist Ex-Wacker-Profi Dennis Mimm.

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