Preisverfall: Milchbauern demonstrieren in Brüssel
Brüssel, Innsbruck – Die Krise am europäischen Milchmarkt spitzt sich weiter zu. Wie berichtet, ist der Bauernmilchpreis für die 4100 Liefer...
Brüssel, Innsbruck –Die Krise am europäischen Milchmarkt spitzt sich weiter zu. Wie berichtet, ist der Bauernmilchpreis für die 4100 Lieferanten der Tirol Milch im heurigen Jahr auf 34,8 Cent pro Liter gesunken. Vor einem Jahr hatte die Berglandmilch-Tochter den Tiroler Milchbauern noch 39 Cent ausgezahlt. Im Vergleich dazu bekommen Milchbauern in Deutschland je nach Molkerei weniger als 30 Cent. Mit dem Auslaufen der EU-Milchquote, der Mengenbegrenzung für die Milchproduktion ab 2015, fürchten die Milchbauern einen weiteren Preisverfall. Das European Milk Board (EMB), die Dachorganisation der Interessensgemeinschaft Milch, hat für heute und morgen wieder zu einer Protestfahrt nach Brüssel aufgerufen. Mehr als 1000 Bauern werden vor dem EU-Parlament erwartet, auch aus Österreich reist eine Delegation der IG Milch an.
Die Milchbauern fordern nach dem Aus der Milchquote eine flexible Mengensteuerung im Milchmarkt durch eine europäische Monitoring-Stelle. Auch erste Schritte auf dem Weg dahin, wie etwa eine freiwillige Produktionsstilllegung müssten unterstützt werden. Die Milchpreise deckten schon nicht mehr die Kosten, warnt EMB-Chef Romuald Schaber, die Bauern seien dem Preisdiktat der Molkereien und des Lebensmittelhandels ausgeliefert. Mehrere hundert Milchbauern geben in Österreich jedes Jahr auf. Gleichzeitig wird aber immer mehr produziert: Wegen Überlieferung der Quote fielen im Vorjahr Strafzahlungen in Höhe von 33,4 Mio. Euro an. (TT, APA, dpa)
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