UNO-Klimatreffen drohen in Dauerschleife zu enden
Die jährlichen Welt-Klimatreffen sollen die Erde vor einer Umweltkatastrophe bewahren, doch im Kern werden auch hier harte Wirtschaftsinteressen verfochten.
Berlin - Der Name des Konferenzortes Doha im Emirat Katar für das UN-Klimatreffen hat einen Klang in der Welt, der für den Kampf gegen die Erderwärmung wenig Gutes verheißt: Die Doha-Runde sollte 2001 Regeln für die Weltwirtschaft aufstellen, die allen Staaten nützen sollten. Gearbeitet wird bis heute daran, ein Erfolg ist immer noch in Ferne. Und daran wird auch die am Montag in Doha beginnende Verhandlungrunde wohl nichts ändern.
Die jährlichen Welt-Klimatreffen sollen die Erde vor einer Umweltkatastrophe bewahren, doch im Kern werden auch hier harte Wirtschaftsinteressen verfochten. Der Erfolg ist bei beiden weitgehend ausgeblieben. So droht den Klimagipfeln ein ähnliches Schicksal wie den Doha-Runden zum Welthandel.
Vor dem Treffen 2009 in Kopenhagen schien ein Durchbruch, ein Welt-Klimavertrag nahe. Der neu gewählte US-Präsident Barack Obama gab Umweltschützern neue Hoffnung, er reiste sogar ebenso an wie die Staatschefs der anderen großen Länder der Welt. Mit dem Scheitern von Kopenhagen verlor jedoch die Klimadebatte ihre Präsenz auf den Titelseiten und die Verhandlungen an Schwung.
Keine Bewegung in Kernfragen
Um wie angestrebt die Erderwärmung auf zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit zu begrenzen, galt ein Abkommen bereits in Kopenhagen als nötig. Jetzt will die Weltgemeinschaft bis 2015 einen Vertrag schließen, der ab 2020 gelten soll. Diese Absichtserklärung war der Kern des Treffens 2011, die in letzter Minute noch erreicht werden können. Doch in den Kernfragen gibt es weiter keine Bewegung.
Dies liegt in erster Linie an den widerstreitenden Interessen der aufstrebenden Schwellenländer wie China und Indien und den etablieren Industriestaaten. Die Boomländer Asiens wollen sich in ihrer Entwicklung nicht durch Vorgaben einschränken lassen und sehen die Verantwortung für das Klimaproblem in erster Linie in Europa und den USA.
Die USA und China sind die mit Abstand größten Produzenten von Treibhausgas. Die Europäer zusammen tragen rund 17 Prozent bei. (APA/Reuters)
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