Innsbruck

300 Verbrechen, 170.000 Euro Schaden: Betrügerpaar gefasst

Ein Innsbrucker Ehepaar soll mit Betrügereien einen Schaden von 170.000 Euro angerichtet haben. Die Polizei ermittelt.

Von Thomas Hörmann

Innsbruck – 303 Straftaten, 33 geschädigte Firmen und Institutionen, 170.000 Euro Schaden: Beamte der Polizeiinspektion Flughafen konnten jetzt eine umfangreiche Betrugsserie klären und zwei Verdächtige ausforschen. Bei den mutmaßlichen Tätern handelt es sich um einen 37-jährigen Frühpensionisten und eine 42-jährige Deutsche.

Beim Großteil der Straftaten war das Internet der Tatort: Der Tiroler und seine deutsche Ehefrau bestellten Waren, blieben aber die Rechnungen schuldig. Am Einkaufszettel des Paares standen vor allem hochpreisige Smartphones, Tablet-PCs und Laptops. Mit falschen Namen, Geburtsdaten und Adressen sorgten die mutmaßlichen Betrüger dafür, dass die Rechnungen ins Leere gingen.

Auch Markenbekleidung und Alltagswaren wechselten auf diese Weise die Besitzer.

Das Ehepaar bestellte nicht nur für den Eigenbedarf. Vor allem Handys und Computer verkauften die Verdächtigen an einen mutmaßlichen Hehler­ (33). Der Tiroler wurde ebenfalls ausgeforscht. Der Mann hat die Hehlereien zumindest­ teilweise gestanden­.

Internetbetrug war aber nicht das einzige Standbein des Innsbrucker Ehepaares. Wie die Ermittler herausfanden, täuschten die beiden auch Bedürftigkeit und Notlagen vor, um Sozialleistungen zu erhalten.

Tatsächlich waren der 37-Jährige und seine Ehefrau auch als illegale Unternehmer erfolgreich. Das Paar betrieb ohne Bewilligung „unzählige Erotikseiten“ (Polizeibericht) inklusive Prostitution und gebührenpflichtigen Erotikdienstleistungen. Das Paar führte auch eine Computerwerkstatt.

Spendenbetrug war laut Polizei das dritte Standbein des Paares. Die Innsbrucker sammelten regelmäßig für das SOS-Kinderdorf, ohne die Spenden an die Hilfsorganisation weiterzuleiten.

Die Verdächtigen haben die Straftaten größtenteils gestanden. So gaben sie zu, im Lauf der vergangenen Jahre 150 Smartphones und Laptops an einen Hehler verkauft zu haben.

Die Polizeibeamten haben einige wenige Beutestücke sichergestellt. Auch Bargeld wurde im Auftrag der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt.