Humanitärer Einsatz

UNO kündigt große Hilfsaktion für Bevölkerung in Syrien an

Führende UN-Vertreter besuchten die umkämpften Städte Homs und Daraa. Während des Besuchs zitterten die Scheiben vom Kampflärm.

Homs - Die Vereinten Nationen haben am Montag eine große Hilfsaktion für die Bevölkerung in Syrien angekündigt. „In Syrien bedarf es eines großen humanitären Einsatzes, das erwartet die Bevölkerung von unserer Mission“, sagte der Direktor des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA), John Ging, während eines Besuchs in der umkämpften Stadt Homs. Die Delegation hochrangiger Vertreter von acht UN-Organisationen reiste zudem in die seit Monaten belagerte Stadt Talbisse und nach Daraa im Süden.

„Wir sind nicht hier, um unsere Sympathie, unsere Empathie oder unsere Solidarität auszudrücken. Wir sind für Taten hier und nicht für Worte“, sagte Ging der Nachrichtenagentur AFP. Bei einem Treffen mit dem Gouverneur der Provinz Homs, Ahmad Munir Mohammed, bedauerte dieser, dass die UN-Delegation erst so spät gekommen sei. Er machte dafür „politische Fragen“ verantwortlich. Ging sagte daraufhin, er wolle eine „schnelle und effektive humanitäre Unterstützung, weit weg von der Politik“. Während des Treffens zitterten die Scheiben vom Kampflärm.

Seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Bashar al-Assad im März 2011 wurden nach UN-Angaben in Syrien bereits mehr als 60.000 Menschen getötet. Rund vier Millionen Syrer, darunter zwei Millionen Vertriebene, sind demnach auf Nothilfe angewiesen. Die Wirtschaft des Landes liegt am Boden und die Infrastruktur wurde durch die Kämpfe schwerbeschädigt. Hunderttausende Syrer flohen vor der Gewalt in die Nachbarländer. Trotz des Einsatzes schwerer Waffen auf beiden Seiten stecken die Kämpfe seit Monaten fest.

Erstmals seit Beginn des blutigen Syrienkonflikts bringt Russland mehr als 100 seiner Bürger aus dem arabischen Land in Sicherheit. Dazu sollten zwei Transportflugzeuge an diesem Dienstag zunächst in die libanesische Hauptstadt Beirut aufbrechen, sagte eine Sprecherin des Zivilschutzministeriums in Moskau am Montag der Agentur Interfax. „Geplant ist, dass an Bord mehr als 100 Russen Syrien verlassen.“ Russland hatte zuvor auch mehrere Kriegsschiffe ins Mittelmeer vor die syrische Küste verlegt, die notfalls bei einer Rettungsaktion helfen sollen. Moskau ist ein enger Partner des syrischen Machthabers Bashar al-Assad. (APA/AFP)