Wirtschaftspolitik

Spanien hat Ernennung Dijsselbloems nicht unterstützt

Spanien fühlt sich in der Europäischen Union unterrepräsentiert. Aus diesem Grund habe Madrid die Ernennung des Niederländers Jeroen Dijsselbloem zum Chef der Eurogruppe nicht unterstützt.

Brüssel - Die Ernennung des Niederländers Jeroen Dijsselbloem zum Chef der Eurogruppe ist nicht einstimmig gefallen. Spanien habe die Ernennung nicht unterstützt, sagte der scheidende Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker am späten Montagabend in Brüssel.

Spanien fühlt sich in der Europäischen Union unterrepräsentiert. Aus diesem Grund habe Madrid die Ernennung des Niederländers Jeroen Dijsselbloem zum Chef der Eurogruppe nicht unterstützt, sagte der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos am Dienstag in Brüssel. Spanien habe nichts gegen die Person des Niederländers. „Wir werden auf engste Weise mit ihm zusammenarbeiten“, kündigte De Guindos nach einem Bericht des spanischen Rundfunks an.

Madrid ist ungehalten darüber, dass es seit dem Ende des Mandats des Spaniers Jose Manuel Gonzalez Paramo im Direktorium der Europäischen Zentralbank (EZB) nicht mehr vertreten ist. „Ich bin überzeugt, dass diese Situation korrigiert wird und Spanien in den Institutionen der EU wieder die Repräsentanz erhält, die dem Land zusteht“, sagte De Guindos. Die angesehene Zeitung „El Pais“ beklagte, dass Spanien in den wirtschaftlich entscheidenden Instanzen der EU in der Bedeutungslosigkeit versunken sei.

Deutschland stehe hinter Dijsselbloem

Allerdings dürfe dies nicht überbewertet werden: „Ich habe aber nicht geglaubt, dass dies dramatische Konsequenzen nach sich ziehen wird.“ Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte, die Entscheidung sei insgesamt „reibungslos über die Bühne gegangen“. Deutschland stehe hinter dem 46-jährigen Niederländer: „Ich finde diese Entscheidung sehr gut.“

Schäuble würdigte die Arbeit Junckers als Chef der Eurogruppe. „Natürlich haben wir alle und aus Überzeugung Jean-Claude Juncker gedankt“, sagte Schäuble am Montagabend in Brüssel. Der Luxemburger Juncker hatte den Vorsitz über das Gremium acht Jahre lang inne.

„Man wird mit einigem Abstand erst sehen, was dieser Mann für Europa und die Eurogruppe in diesen Jahren geleistet hat und mit welchem großem und immer wieder unermüdlichem Engagement für Europa er sich eingesetzt hat, um gemeinsame Lösungen zustande zu bringen“, sagte Schäuble. (APA/dpa)