Natur

Schwarzarbeit im Hotel und auf der Piste

Finanzpolizei stellte 16 illegal beschäftigte Handwerker im Paznaun, ukrainische Skilehrer wurden ausgewiesen.

Von Helmut Wenzel

Landeck –Nicht nur bei den Einheimischen hat eine Großbaustelle im Paznaun für Neugierde gesorgt. Auch die Finanzpolizei interessierte sich für den Hotelbau an der Talstraße. Weil die Baustelle im November 2012 offenbar unter Zeitdruck geriet, waren auffällig viele Firmenfahrzeuge unterwegs.

Rainer Ziesel, Teamleiter der Finanzpolizei (FinPol) Tirol-Vorarlberg, und Erich Tiefenbrunn, Teamleiter der FinPol in Landeck, fassten am Dienstag die Kontrollen rund um die Hotelbaustelle zusammen: „Der Bauherr hat einen Auftrag an eine Baufirma in Kärnten vergeben. Diese wiederum heuerte Sub- bzw.Sub-Subfirmen in Slowenien an. Letztlich haben wir 16 illegal beschäftige Fliesenleger aus Bosnien und Serbien angetroffen.“ Zudem sei ein einheimischer Handwerker beschäftigt gewesen, der gleichzeitig Arbeitslosengeld kassierte. Auch ein Eisenbieger wurde laut FinPol wegen Schwarzarbeit angezeigt.

Die Kärntner Baufirma müsse mit saftigen Strafen rechnen. „Wir haben eine Geldstrafe in Höhe von 80.000 Euro beantragt“, schilderte Teamleiter Ziesel. Dazu kommen 215.000 Euro an so genannten Forderungspfändungen des Finanzamtes. Im Sündenregister der Baufirma sollen laut FinPol bereits Delikte wie Sozialversicherungsbetrug und Lohndumping eingetragen sein. Die Ermittlungen im Paznaun hätten zu einem weiteren Fall von Schwarzarbeit geführt: In Salzburg wurden fünf illegal Beschäftigte von derselben Baufirma aufgegriffen.

Schauplatz des nächsten Treffers, den die FinPol kürzlich gelandet hat, war Sölden. Heimische Skischulen haben laut Tiefenbrunn angezeigt, dass ukrainische Skilehrer ihre Dienste zu Dumpingpreisen anbieten würden. Daraufhin habe das Landecker FinPol-Team, das auch für die Bezirke Imst und Reutte zuständig ist, die Verdächtigen observiert. Zehn Tage, nachdem die Ukrainer mit dem illegalen Skiunterricht begonnen hatten, war ihr Aufenthalt im Ötztal auch schon zu Ende. Die Bezirkshauptmannschaft Imst verhängte ein Aufenthaltsverbot. „Offenbar sind diese Männer über Vermittlung eines Reisebüros gekommen“, sagte Tiefenbrunn. Die Ukrainer sind u. a. nach dem Fremdenpolizei- und Ausländerbeschäftigungsgesetz angezeigt worden.

Wie überall in Österreich landen auch im Oberland so genannte NoVa-Flüchtlinge im Netz der FinPol. Die Normverbrauchsabgabe wird fällig, wenn man ein Auto erstmals im Inland anmeldet.

Das Team Landeck ist kürzlich einem Oberländer Porsche-Fahrer auf die Schliche gekommen. Der Zulassungsbesitzer war mit einem Liechtensteiner Nummernschild unterwegs. „Das Fahrzeug ist beschlagnahmt worden, weil in diesem Fall mehrere Delikte vorgelegen sind“, zeigten die beiden Finanzfahnder auf. Der Bolide soll einen Wert von 140.000 Euro haben.

Demnächst will sich die FinPol im Oberland mit illegalem Glücksspiel befassen.