Siemens ohne Rückenwind ins Jahr 2013
Europas größter Elektrokonzern Siemens ist mit einem sehr durchwachsenen Ergebnis in sein neues Geschäftsjahr gestartet. Vorstandschef Löscher legte die Zahlen stimmte die Anteilseigner vor der Hauptversammlung auf eine schwierige Wegstrecke ein. Von der Weltwirtschaft erwarte er im weiteren Jahresverlauf keinen Rückenwind, sagte er. Er richte seine volle Aufmerksamkeit jetzt auf das Sparprogramm.
Im ersten Quartal von Oktober bis Dezember fiel der Gewinn um 12 Prozent auf 1,214 Milliarden Euro. Der Umsatz legte dagegen dank eines guten Auftragspolsters und neuer Bestellungen aus Schwellenländern leicht zu auf 18,1 Milliarden Euro. Aber erneut drückten Sonderbelastungen auf das Ergebnis. Die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn kostete Siemens 116 Millionen Euro, bei der Solarsparte fielen wegen weiterer Abschreibungen 150 Millionen Euro Verlust an. Der Auftragseingang lag erstmals seit drei Quartalen wieder über dem Umsatz, blieb allerdings deutlich hinter dem Vorjahresquartal zurück.
Ein Lichtblick bot der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Networks (NSN), der nach einer langen Strecke mit roten Zahlen 50 Millionen Euro Gewinn beisteuerte. Osram machte sogar 80 Millionen Euro Gewinn. Die Hauptversammlung sollte am Nachmittag über die Abspaltung der Lichtsparte und die Ausgabe von gut 80 Prozent der Osram-Aktien an die Siemens-Aktionäre abstimmen.
Löscher steht seit Monaten in der Kritik. Siemens will bis 2014 sechs Mrd. Euro einsparen und wird auch tausende Stellen streichen.