Super-G in Kitzbühel

Brenna tuats guat

Der heutige Super-G in Kitzbühel (11.30 Uhr, ORF eins) – ein Aufwärmprogramm für das Hahnenkammwochenende. 15.000 Fans sollen den Hang zum Brennen bringen.

Von Florian Madl

Kitzbühel –Staunend blickte Liedermacher Hubert von Goisern gestern auf Zielhang und Traverse. Das letzte Abfahrtstraining lieferte einen Vorgeschmack auf den heutigen Super-G und den Streif-Klassiker am Samstag (jeweils 11.30 Uhr, ORF eins). Knusprig war sie jedenfalls, die Strecke, das war auch aus dem Zielraum ersichtlich. „Da zittere ich mit manchem Fahrer mit“, entkam es dem 50-jährigen Oberösterreicher, der mit bürgerlichem Namen Achleitner heißt. Um Routiniers wie Klaus Kröll (gestern Schnellster) und Aksel Lund Svindal (NOR/2.) bangte er weniger, um andere mehr.

In Anlehnung an den jüngsten Hit des steirischen Barden prophezeite Romed Baumann: „Diesmal war ich noch nicht am Limit. Aber beim Rennen werden die Wadeln brennen.“ Heute will der Hochfilzner nämlich in letzter Minute auf jenen Zug springen, dessen Endstation sich Weltmeisterschaft in Schladming nennt.

Vier Österreichern ist das vergönnt, die besten Karten haben derzeit Matthias Mayer (Kärnten), Joachim Puchner, Hannes Reichelt (beide Salzburg) und Klaus Kröll (Steiermark). Dahinter scharrt neben Baumann eine Handvoll schneller Leute in der Außenseiterposition, etwa der Pitztaler Benjamin Raich (siehe Interview links) und der Ötztaler Florian Scheiber. Was sie gemeinsam haben: Beide warten mit Saisonplatzierungen jenseits der Top Ten auf. Der leicht kränkelnde Scheiber verzichtete auf das gestrige Abschlusstraining, Raich kam über sieben Minuten hinter Tagessieger Klaus Kröll ins Ziel. Einfache Erklärung für seine Touristenzeit von gut neun Minuten: „Mein Lauf wurde an der alten Schneise abgebrochen.“ Raich nahm die unerwartete Pause vor seinem 400. Rennen jedenfalls mit Humor: „Das ist mir auch noch nie passiert.“ Hubert von Goisern machte sich gestern pünktlich, bevor der Rummel in Kitzbühel losging, auf die Heimreise, endlich war er wieder Hubert Achleitner. Im Herzen trug er „starke Eindrücke von der tollen Atmosphäre“ und dazu die Erinnerung an seinen Freund Toni Sailer. Der verstorbene Kitzbüheler Ski-Held wäre seinerzeit wohl auch so einer gewesen, bei dem er ihm Zielraum nicht gezittert hätte.