Im ersten Heimspiel soll alles wie auswärts sein

„Wie gewinnen wir zuhause?“ Im ersten Heimspiel der Quali-Runde wollen die Haie heute (19.15 Uhr) gegen Fehervar die passende Antwort finden.

Von Alex Gruber

Innsbruck –„Wir müssen einen Weg finden, zuhause zu gewinnen“, wusste Trainer Danny Naud schon nach dem 3:2-Sieg in Znojmo, dass dieser erste Sieg in der Qualifikationsrunde erst dann wirkliche Strahlkraft erreicht, wenn die Haie vor eigenem Anhang (endlich) nachlegen können.

Neun Siege wurden bislang in dieser Saison gefeiert, sieben auswärts, nur zwei in 22 Partien des Grunddurchgangs daheim. „Da steht ein Fragezeichen dahinter. Vielleicht ist es zuhause auch ein bisschen Nervositätssache“, hatte Haie-Goalie Patric­k Machreich gestern keine echte Antwort auf die Heim­schwäche parat.

Stattdessen spielte Naud einmal darauf an, dass man nichts Neues erfinden, sondern nur Gutes wiederholen müsse. „Es gibt kein Wundermittel, aber ich hoffe, dass wir die Auswärtsroutine auspacken.“ Damit meint der 50-jährige Kanadier zweierlei: auf sportlicher Ebene Systemtreue, taktische Disziplin und Entschlossenheit. Und im Vorbereitungszyklus gelte es, mehr Gewicht auf das Eishockey-Leben zu legen: „Es ist in Ordnung, dass die Cracks unter der Saison ihrem Job nachgehen. Ich hoffe aber, dass sie jetzt auch die Arbeit zeitweilig ruhen lassen können, um sich optimal auf die Heimspiele vorzubereiten.“ Die Kasernierung zwischen den beiden Znojmo-Partien habe laut Naud schließlich auch ihre positive Wirkung entfaltet.

Die Flucht nach vorne ist trotz der Bürde, die (meisten) Heimspiele in der Quali-Runde gewinnen zu müssen, passé. Die stets gebotene (Defensiv-)Vorsicht soll die Mutter der Porzellankiste bleiben. „Wir haben unseren Weg gefunden, wenngleich es schwer war zu kapieren, dass wir nicht offensiv spielen können“, spielt Naud auf den langwierigen Prozess an, den die Haie monatelang als Aufsteiger zu bewältigen hatten.

„Jetzt haben wir aber die 2:1-Breaks reduziert und lassen nicht mehr so viele Großchancen zu. Und wenn wir ein Tor kassieren, ist es auch auf der Bank nicht mehr so dramatisch“, sprechen Naud und Machreich unisono vom neuen Haie-Bewusstsein. Dass der Gegner mehr den Puck besitzt, heiße noch lange nicht, dass er mehr Gefahr entfalte.

„Ich will ins Play-off und glaube an unsere Chance. Jeder bei uns will überraschen“, spricht Machreich nach seinem persönlichen Wandel zur erklärten Nummer eins („Ich habe mich aus den Tiefs geholt, immer daran geglaubt, dass ich‘s kann“) mit dem Brustton der Überzeugung. Um sich bei der ein oder anderen Konterchance der Ungarn heute wieder einmal mit einem Blick nach oben zu helfen. Ein Underdog wie die Haie braucht zuweilen auch ein bisschen (göttlichen) Beistand. Der soll heute auch von den Rängen kommen. Die spannende Ausgangs­position garantiert jenes Knistern, das das Eintrittsgeld wert sein sollte.