Stimmung am Boden: AUA-Personal droht mit Kampfmaßnahmen
Bei der AUA herrscht wieder dicke Luft: Ein Stellenabbau, während im Management offenbar die Gehälter erhöht wurden, empört die Mitarbeiter. Nach einer Betriebsversammlung am Freitag werden weitere Kampfmaßnahmen nicht ausgeschlossen.
Wien, Schwechat - Der AUA-Betriebsübergang vom Vorjahr verhärtet die Fronten im Luftfahrtunternehmen immer mehr. Bei der ersten gemeinsamen Betriebsversammlung von Luft- und Bodenpersonal in der Firmengeschichte am Freitag in Wien schlossen 1.200 Mitarbeiter weitere Kampfmaßnahmen nicht mehr aus. Auch Tyrolean-Mitarbeiter waren an Ort und Stelle in Wien und versammelten sich auch in Innsbruck. „Das Unternehmen muss aus dem Dreck gezogen werden“, sagte Luft-Betriebsratschef Karl Minhard bei einer Pressekonferenz in Schwechat. Mitarbeiter würden unter Druck gesetzt, es herrsche Angst.
Der kurz vor Weihnachten angekündigte Abbau von 150 Mitarbeitern aus dem kaufmännisch-technischen Bereich heuer - ohne jegliche Begleitmaßnahmen - sei auf diese Art und Weise inakzeptabel. Vor allem, weil es nach Angaben des Betriebsrates für Bereichsleiter der AUA Lohnerhöhungen von mehr als zehn Prozent gegeben habe - was die AUA allerdings bestreitet, wie ein Sprecher der APA sagte.
Bodenpersonal-Betriebsratschef Alfred Junghans, der im AUA-Aufsichtsrat und -Vergütungsausschuss sitzt, wollte gegenüber der APA auf die Frage zu den vom Unternehmen bestrittenen Gehaltserhöhungen seine „Verschwiegenheitspflicht“ zum Aufsichtsrat „nicht brechen“ und sagte, Bereichsleiter-Gehälter seien dort auch kein Thema. Vergütungsausschuss habe es „schon lange keinen mehr gegeben“.
„Zynismus muss enden“
„Wir sind gesprächsbereit, wollen das Unternehmen gemeinsam sanieren - was wir laufend bewiesen haben“, so Minhard. „Wir schließen jetzt Kampfmaßnahmen aber nicht mehr aus. Wir machen ein letztes Angebot für konstruktive Gespräche, wir stehen zum Sanierungskurs, irgendwann muss der Zynismus (des Vorstandes, Anm.) enden!“ Die Gewerkschaften unterstützten die Betriebsräte. Ein drüberfahren dürfe es nicht geben. Für die Mitarbeiter, die abgebaut werden, wird ein Sozialplan gefordert.
In einer Petition fordern Boden- und Luftpersonal unter anderem einen nachhaltigen Sanierungsplan für das Unternehmen über 2015 hinaus. „Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist total am Boden“, sagte Betriebsrätin Didem Strebinger. Sie glaubte nicht an die angeblichen Synergieeffekte von 17 Mio. Euro im Jahr durch den Betriebsübergang. „Das ist wirtschaftlich nicht glaubhaft vorgestellt“, so ihre Kritik. (APA)