Natur

Muller und Matschgerer trieben es bunt

Der große Fasnachtsumzug in Amras begeisterte Tausende: 360 Jahre alte Tradition und Brauchtum lebten wieder auf.

Von Michael Mader

Innsbruck –Die Philippine-Welser-Straße im Innsbrucker Stadtteil Amras glich am Samstagnachmittag einem Tollhaus: Eineinhalb Jahre lang hat sich René Geiger, Obmann der Amraser Matschgerer, mit seinem 15-köpfigen Festausschuss auf diesen Tag vorbereitet. Tausende Zuseher dankten es ihm und seinem Team. Mehr als 1000 Mitwirkende – insgesamt 26 Gruppen – nahmen am großen Fasnachtsumzug teil. Anlass für dieses außergewöhnlich große Spektakel waren gleich drei Jubiläen. Zum einen gibt es das Fasnachtsbrauchtum in Amras seit dem Jahre 1653, also seit genau 360 Jahren, zum anderen findet das Amraser Matschgerer- und Mullerschaugen seit 20 Jahren statt und zu guter Letzt besteht der Verein der Amraser Matschgerer seit nunmehr zehn Jahre.

Geiger oblag es dann schließlich auch, den Jubiläums-Fasnachtsumzug zu eröffnen und den Startschuss für den bunten Reigen der Brauchtumsvereine zu geben. Den Anfang machte die Amraser Clown Musik, die schon seit ca. 35 Jahren besteht und in der Amraser Fasnacht nicht mehr wegzudenken ist. Ebenso kräftig beklatscht wurden aber unter anderem auch die 35 Amraser Jungmatschgerer, bei denen, so wie auch bei den Großen, der „Herr“, der „Bujatzl“, die „Hexen“, der „Schiane“, der „Zaggaler“, der „Zottler“ sowie der „Bär und sein Treiber“ nicht fehlen durften.

Besonders schön aber auch die Inzinger Scheller & Roller oder die Patscher Hutler oder die verschiedenen besonders farbenprächtigen Mullergruppen. Mit viel Arbeit verbunden waren auch die tollen Festwägen, die beim Jubiläumsumzug teilnahmen wie etwa die Baumkirchner Hexen, die dem begeisterten Publikum auch gleich ein paar tolle Tanzeinlagen bis hin zum Gangnam-Style vorführten. Für ungewohnte, aber dennoch tolle Klänge bei einer Fasnacht sorgte Klüngel Tropical, die bekannteste Sambaband Kölns – die auf Einladung der Amraser Matschgerer nach Innsbruck gekommen war. Ebenso wie noch zwei weitere Gruppen aus Deutschland den Umzug bunter machten.