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Feuriger Zwerg am Kurvenberg

Rund ein Jahr nach dem Update des Ibiza lässt Seat die Cupra-Version vom Stapel. Mit 180 PS und tiefergelegtem Fahrwerk ist Fahrspaß mehr als nur ein Versprechen.

Von Beatrix Keckeis-Hiller

Barcelona –Die Spanier gelten als feurig. Daran ändert die Tatsache, dass Seat in Katalonien zu Hause ist (in Martorell bei Barcelona), nichts. Nicht nur deshalb schickt die VW-Tochter seit den frühen neunziger Jahren Feuriges auf Basis der kleinen Klasse, des Ibiza, und seit 2001 auch auf der des Kompakt-Segments, des Leon, auf den Markt; als scharfe FR- („Formula Racing“) und als noch schärfere Cupra-(„Cup Racing“)-Version(en).

So war es nicht anders zu erwarten, dass nach dem Modell-Update des Ibiza vor rund einem Jahr die Cupra-Variante folgt. Zwecks der zweifelsfreien Identifizierbarkeit hat er außen, neben dem breiten Kühlergrill und der prominenten Frontschürze mit großen Lufteinlässen, unter anderem schwarz lackierte Außenspiegelgehäuse, einen mattschwarzen Diffusor, trapezförmige Auspuffblenden und rot lackierte Bremssättel sowie 17-Zoll-Aluräder. Innen fällt das Sportlenkrad mit Schaltwippen ins Auge. Dazu kommen noch Sportsitze.

Befeuert wird der feurige Zwerg durch den gut bekannten VW-1.4-Liter-TSI-Benziner, garniert mit doppelter Aufladung – Turbo und Kompressor –, womit der kleine Vierzylinder 180 PS und 250 Nm Maximal-Drehmoment leistet. Kombiniert ist er ausschließlich mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (siehe Schaltpaddles). Um das Muskelspiel des 1169 Kilogramm leichten, tiefergelegten Fronttrieblers im Zaum zu halten, ist ein elektronisches Sperrdifferenzial an Bord. Für akkurates Ankern sorgt eine hochleistungsfähige Bremsanlage.

Was dieses Gesamtpaket kann, diesen Beweis trat der Ibiza Cupra auf heimatlichem Terrain an: auf den endlos kurvigen Straßen rund um Barcelona. Leider nicht auch auf der Rennstrecke. Damit konnten wir – noch – nicht ausloten, ob der kleine Katalane die 228 km/h Top-Speed hält, die Seat verspricht. Die Werksangabe für den 0-auf-100-Sprint in 6,9 Sekunden ist glaubwürdig. Aber das ist ja in Wahrheit weniger interessant, wenn man durchs Kurvengeläuf prescht. Denn das ist seine Domäne, am liebsten wedelt er zackig durch bergiges Auf und auch Ab. Sein Fahrwerk ist so gut wie nicht aus der Ruhe zu bringen (und wenn die Regelsysteme eingreifen müssen, dann tun sie das ebenso dezent wie wirkungsvoll). Die Lenkung ist superpräzise. Das DSG arbeitet am harmonischsten im Drive-Modus. Fast schon übereifrig wirkt es im S-Modus. Hocheffektiv arbeiten die exzellent dosierbaren Bremsen. Begleitet wird das Ganze von kehligem, bei hohen Drehzahlen ein wenig heulendem Sound. Für den Mix-Verbrauch gibt Seat 5,9 Liter pro 100 km an. Im Stadt- und Autobahnbetrieb ist es gut ein Liter mehr. Treibt man es auf die Spitze, kann es sein, dass der Kleine das Doppelte und mehr schlürft.

Seine Muskeln lässt der scharfe Katalane in Österreich ab März spielen. Zum Preis von ab 22.990 Euro. In diesem Tarif inkludiert sind ESP, sechs Airbags, Bi-Xenonscheinwerfer, LED-Tagfahrlicht sowie -Rückleuchten, 17-Zoll-Alus, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, (Stoff-)Sportsitze, Tempomat, Klimaautomatik, Lederlenkrad und -schaltknauf. Diese Serienmitgift kann man unter anderem ergänzen mit Ledersitzen. Und einer Renn-Bremsanlage.