Der Förster boxt mit neuer Kraft
In Größe gewachsen und optisch sowie technisch ausgereift stellt sich der Subaru Forester in vierter Generation von Neuem der wachsenden Schar der Mitbewerber.
Von Beatrix Keckeis-Hiller
Langenlois –Wir waren die Ersten in Europa, die den neuen Subaru Forester fahren konnten. In den ersten Tagen seines Marktstarts stellte er sich einer kritischen Schar von Testern. Auf tief verschneiten und teils dick vereisten Weinwirtschaftswegen sowie auf matschigem Asphalt rund um Langenlois in Niederösterreich stellte der rundum neu gemachte Förster seine Off- und On-Road-Integrität unter Beweis.
Seine Weltpremiere hatte der Subaru 1997 gefeiert. Da war er eher der Abteilung hochgelegter Kombi zuzuordnen. Dennoch stand er am Beginn des SUV-Zeitalters und er wird vom Erzeuger – Fuji Heavy Industries – gerne als Ahnvater dieses ungebrochen trendigen Segments bezeichnet. Darüber kann man diskutieren, mit einem anderen (dem größten) japanischen Hersteller und ebenso mit einem englischen Produzenten. Diskussionen hin oder her: Der ehemals recht knorrige Japaner tritt jetzt seine neue, die vierte, Generation mit allen einem aktuellen SUV zuzuordnenden Design-Zutaten an, hochbeinig, mit kräftiger Rundum-Beplankung. Er wirkt dadurch nicht nur größer, er ist es auch (ein wenig). Er hat an Länge, Breite und Höhe zugelegt: um 5 auf 4949 mm, um 15 auf 1795 mm, um 22 auf 1697 mm. Mitgewachsen sind Radstand – um 25 auf 2640 mm – und Bodenfreiheit – um 5 auf 220 mm. Höher ist dadurch die Sitzposition, größer ist dadurch das Ladeabteil, hinter der auf Wunsch elektrisch bedienbaren Heckklappe kann man zwischen 505 und 1592 Liter Ladegut verstauen.
Subaru hat seinen Förster nicht nur gestreckt und gedehnt, man hat ihm auch neue Kräfte verliehen. Die resultieren zwar nicht in Leistungssteigerung, dafür in besserer -umsetzung. Besonders betrifft das den Benziner, wie gehabt ein 1995-ccm-Vierzylinder-Boxer. Er wurde vom Kurz- zum Langhuber umgebaut. Geblieben ist es bei 150 PS, etwas höher, um 2 Nm (198 Nm), ist das Drehmoment, optimiert sind Ansprechverhalten und Durchzug. Der Diesel – ein 1998-ccm-Vierzylinder-Boxer – erfuhr eine Feinbearbeitung. Gleich geblieben sind mit 147 PS die Leistung und mit 350 Nm das Maximal-Drehmoment. Letzteres steht um 200 U/min. früher an.
Die Mix-Verbräuche liegen zwischen 5,7 und 6,9 Liter, die CO2-Emissionen zwischen 150 und 160 g/km.
Damit ist das aktuelle Motorenangebot erledigt. Doch noch nicht die neuen Technik-Features. Das bewährte Allradantriebs-„Symmetrical AWD“ (50:50 fixe Drehmomentverteilung, Mitteldifferenzial, korrigierende Visko-Sperre) ist auch im neuen Forester mit manuellem Sechsganggetriebe kombiniert. Neu ist eine stufenlose Automatik namens „Linartronic“ (CVT-Getriebe). Sie ersetzt das bisherige 4-Stufen-Wandler-System. Sie ist mit dem Allradsystem „Active Torque Split AWD“ und dem, ebenfalls neuen, Fahr-Assistent-X-Mode zusammengespannt. Ersteres verteilt, aktiv gesteuert, bedarfsgerecht Antriebskraft auf alle vier Räder. Zweiteres ist ein automatisches Allradsystem. Es greift bis zu einem Tempo von 40 km/h ein, wenn es über einen Schalter im Cockpit aktiviert ist. Inkludiert ist ein bis 20 km/h regelnder Bergabfahr-Assistent. Die Automatik kann derzeit nur mit Benzinantrieb kombiniert werden.
Den neuen Subaru Forester gibt’s ab 30.990 Euro. So viel kostet der Benziner. Der Diesel kostet 3000 Euro mehr. Zu den österreichischen Händlern fährt er jetzt.