Dutzende Festnahmen nach spontaner Demonstration
Der Europarat hatte am vergangenen Mittwoch Aserbaidschan zu grundlegenden Reformen gedrängt, um den Grundsätzen des Europarats zu entsprechen.
Baku - In Aserbaidschans Hauptstadt Baku sind am Samstagabend Dutzende Demonstranten nach einer spontanen Kundgebung festgenommen worden. Die Polizei blockierte zunächst den Zugang zu einem zentralen Platz, auf dem oft regimekritische Proteste stattfinden. Als sich die Demonstranten daraufhin an einem anderen Ort versammelten, wurden sie von Sicherheitskräften eingekesselt und in Bussen abgeführt.
Mit der nicht bewilligten Kundgebung wollten die Teilnehmer ihre Solidarität mit einer Protestaktion in der nördlichen Stadt Ismajilli (Ismailli) ausdrücken, bei der es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen war. Die Demonstranten hatten dort diese Woche den Rücktritt des Regionalgouverneurs gefordert.
In jüngster Zeit kommt es in dem an Öl- und Gasvorkommen reichen Land ungewohnt häufig zu spontanen Protestaktionen. Mit Blick auf die im Oktober anstehende Präsidentenwahl, aus der der langjährige Machthaber Ilham Alijew als Sieger hervorgehen dürfte, beäugen die aserbaidschanischen Behörden die jüngste Entwicklung mit Sorge.
Der Europarat hatte am vergangenen Mittwoch Aserbaidschan zu grundlegenden Reformen gedrängt, um den Grundsätzen des Europarats zu entsprechen. In dem autoritär regierten Land, das seit 2001 dem Europarat angehört, kommt es immer wieder zu Willkürjustiz und es gibt Berichte über Folter und Misshandlungen durch Polizeibeamte. (APA/sda)