Ein Herz für Jugend und Natur
Der Alpenverein kritisiert fehlende Trainingsmöglichkeiten für Jugendliche in Landeck.
Von Markus Hauser
Landeck –Dass die Kinder- und Jugendarbeit den Gemeinden Landeck und Zams keine Herzensangelegenheit ist, davon ist man bei der Sektion Landeck des Oesterreichischen Alpenvereins felsenfest überzeugt. Das brachte Bernd Noggler in seiner Funktion als Obmann der Sektion im Rahmen der Jahreshauptversammlung 2012 ganz unmissverständlich zum Ausdruck: „Seit Jahren ersuchen wir die Gemeinden wegen aktueller Raumnot, sprich mangelnder Trainingsmöglichkeiten um Unterstützung. Aktuell betreuen wir 48 Kinder, müssen aber jedes Jahr etlichen Kindern eine Absage erteilen, weil es im Talkessel keine entsprechenden Trainingsmöglichkeiten gibt. Es gibt Wartelisten und so etwas sollte es im Sinne wertvoller Kinderbetreuung nicht geben. Die Kosten für entsprechende Räumlichkeiten und eine Boulder-Anlage müssten nun wirklich finanzierbar sein.“
Die letztes Jahr ins Leben gerufene Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten Kletterteam arl.rock trägt bereits erste Früchte. Am 14. April werden in St. Anton a. A. die Tiroler Meisterschaften (Lead für Mini, Kinder und Schüler) abgehalten, mit sechs potenziellen Siegesanwärtern aus dem Bezirk Landeck.
Doch nicht nur die 15 Betreuer des Nachwuchses waren im Jahr 2012 mit jeder Menge Arbeit eingedeckt, das zeigten die diversen Tätigkeitsberichte. In den Renovierungsarbeiten der Steinseehütte (Terrassenbau), im Bau des Parkplatzes Alfuz und den Wegerhaltungen steckt jede Menge Arbeit der ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder. Zehntausende Meter an Wegen und Steigen sowie Passübergänge und Scharten galt es auf Grund des regenreichen Sommers und damit verbundener Vermurungen gleich viermal zu sanieren.
Über eine gelungene Expedition und mehrfachen Gipfelsieg auf den Mustagh Ata (7546 m), den „Vater der Eisberge“ in China, freut man sich bei der HG um Obmann Christian Schöpf. Reges Interesse herrscht für die von Reinhard Salner geführten Winter- und Sommertouren. Die Erhaltung der Natur war und ist dem größten Verein Österreichs mit 430.000 Mitgliedern ein besonderes Anliegen und die im Alpenvereinsmagazin als „Sündenfall“ und „Waterloo für den Umweltschutz“ titulierte Erschließung des Piz Val Gronda kam ebenfalls zur Sprache. „Es kann nicht sein, dass für ca. 1,2 km Piste ein ganzes Tal geopfert wird“, meinte Obmann Bernd Noggler und wie er hofft man, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist, zumal Ischgl derzeit über 238 Pistenkilometer verfügt.
Angesprochen auf den angedachten Windpark auf dem Krahberg meinte der Obmann: „Konkrete Pläne über den genauen Standort bzw. ein durchgeplantes Projekt existieren noch nicht, folglich gibt es vom Alpenverein dazu noch keine Stellungnahme. Eine generelle Absage an einen Windpark auf dem Hausberg der Landecker und Zammer gibt es also auch nicht.“