Tarrenz war im Fasnachtsfieber
Nach vier Jahren Pause war es wieder so weit. 430 aktive Fasnachter, acht große Festwägen und mehrere Themenwägen verwandelten die Gurgltal-Gemeinde in einen Hexenkessel – im wahrsten Sinne des Wortes.
Von Matthias Reichle
Tarrenz –Bei der Tarrenzer Fasnacht sieht man mitunter doppelt. Und das ist nicht ausschließlich dem Konsum jenes Starkenberger Biers zuzuschreiben, das speziell für diesen Anlass gebraut wird. Fasnachtsobmann Marcus Wörle zum Beispiel saß auf der Ehrentribüne und managte das Großaufgebot von Figuren und Wägen – er ging gleichzeitig aber auch als Maske bei den „Originalen“ mit. Es ist eine Gruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, besonders kantige und bekannte „Tarreter“ darzustellen. „I bin da jüngere“, stellte der tatsächlich jugendlicher wirkende „falsche“ Wörle klar und lies sich sogleich auch interviewen: „Viel Leit hamma heit da!“
Nach vier Jahren Pause legte sich die Gurgltal-Gemeinde wieder tüchtig ins Zeug. Monatelang hatte man Vorbereitungen getroffen, ab 12.20 Uhr war das Fasnachtstreiben auch nicht mehr zu überhören. Roller und Scheller gaben ab diesem Zeitpunkt definitiv den Ton an. Die Zigeuner, Bären und Bärentreiber, die Labra, die Ochsenmusig, die Ritter, die Waldmandln, die Sackner und Knüppler durften natürlich genauso wenig fehlen. Die Hexen spielen im traditionellen Hexendorf ohnehin eine führende Rolle.
Eine Tarrenzer Besonderheit sind die so genannten Geigenmaler. Sie werden aktiv, „wenn zwoa a Paarl warn und sich dann trennen, der andere aber wieder jemanden findet“, erklärte einer der Fasnachter. Dann malt man dem Übriggebliebenen eine Geige vors Haus. Das war Brauch und wird auch heute noch vereinzelt in der Gurgltal-Gemeinde praktiziert. Gestern waren überall auf den Straßen weiße Geigen zu sehen.
Sehr zufrieden mit dem Ablauf war nicht nur der Tarrenzer Bürgermeister Rudolf Köll, sondern auch der echte Fasnachtsobmann. Besonders hervorzuheben sei heuer nicht nur die große Zahl der Fasnachtswägen, sondern auch die aufwändige Ausstattung, erklärte dieser. So war im Ritterwagen zum Beispiel eine echte Zirbenstube zu finden. Viele wollten das gestern sehen – entsprechend voll waren die Straßen. Unter den Zuschauern war natürlich viel Prominenz. Auf der Ehrentribüne fanden sich unter anderem: Landesrat Bernhard Tilg, LA Jakob Wolf und Hannes Staggl, Gretl Patscheider und Hans Lindenberger, Bundesrat Georg Keuschnigg, Landwirtschaftskammerpräsident Josef Hechenberger und Bauernbunddirektor Peter Raggl, BH-Stv. Andreas Nagele und viele Bürgermeister wie zum Beispiel Stefan Weirather aus Imst und Reinhold Falbesoner aus Nassereith.