Ausstellung über russische Gefangene in Auschwitz eröffnet
68. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers durch Sowjetarmee.
Moskau/Auschwitz - Im Museum des ehemaligen NS-Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau ist am Sonntag eine Ausstellung über das Schicksal russischer Gefangener eröffnet worden. Unter dem Titel „Tragödie, Heldentum, Befreiung“ geht es neben den im Lager ermordeten sowjetischen Soldaten auch um diejenigen, die Auschwitz vor genau 68 Jahren befreiten. In dem Museum in Südpolen gibt es bereits mehrere Ausstellungen einzelner Länder, darunter auch Österreich.
„15.000 bis 16.000 sowjetische Soldaten sind in Auschwitz umgekommen“, sagte Museumsleiter Piotr Cywinski der Nachrichtenagentur AFP vor der Eröffnung. „An ihnen testeten die Deutschen erstmals Zyklon B“, das Gas, das in den Vernichtungslagern zur massenhaften Ermordung von Gefangenen eingesetzt wurde. Zudem hätten russische Soldaten das Lager Birkenau errichten müssen, sagte Cywinski weiter. Dabei seien jeden Tag 60 bis 200 von ihnen durch Erschöpfung ums Leben gekommen.
Bei der Ausstellungseröffnung waren auch der Präsident des russischen Parlaments, Sergej Naryschkin, und Russlands Kulturminister Wladimir Medinski anwesend. Ein erster Versuch, russische Schicksale in Auschwitz zu dokumentieren, war 2005 gescheitert, weil sich die russische und die polnische Seite über historische Einzelheiten gestritten hatten. Diese Streitpunkte wurden nach Cywinskis Angaben nun geklärt.
Während des Zweiten Weltkriegs hatten die Nationalsozialisten etwa sechs Millionen europäische Juden getötet, darunter rund drei Millionen polnische Juden. In Auschwitz-Birkenau wurden etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet, darunter eine Million Juden, aber auch nicht-jüdische Polen, Roma, sowjetische Kriegsgefangene und Widerstandskämpfer. Das Lager wurde am 27. Jänner 1945 von sowjetischen Truppen befreit. (APA/AFP)