Das öffentliche Schwitzen - Alonso lässt Muskeln in der Wüste spielen

Während die Konkurrenz in Jerez testete, trainierte der Ferrari-Star seinen Körper in den Emiraten - via Twitter und Facebook perfekt inszeniert.

Oviedo/Dubai - Man könnte glauben, Fernando Alonso bereite sich auf die Tour de France vor. Fast täglich lässt der Spanier die Öffentlichkeit an seinen Trainingsumfängen teilhaben. Und mit Verlaub: Die können sich sehen lassen. Auf 9.000 bis 12.000 Kilometer auf dem Fahrrad kommt der Mann aus Oviedo laut eigenen Angaben. In einer Woche wird der Ferrari-Star dann auch seinem eigentlichen Beruf als Formel-1-Fahrer nachgehen - und in Katalonien seine ersten Testfahrten im neuen F138 absolvieren.

Fast eineinhalb Millionen Fans folgen Vizeweltmeister Alonso auf Twitter, Dauerrivale Sebastian Vettel ist nicht darunter. Der 25-jährige Deutsche, der vor dem Spanier zuletzt dreimal in Serie den WM-Titel geholt hat, ist ein Anhänger traditionellerer Kommunikationsmethoden. Alonso dagegen ist Twitter-Fan. Vettels erster Herausforderer erledigt damit praktisch seine gesamte Medienarbeit und stichelt auch hin und wieder in Richtung Konkurrenz.

„Dritte und letzte Woche der intensiven Vorbereitung“, schrieb Alonso am Montag. „In acht Tagen Formel 1.“ Der Asturier postet Fotos und Videos und hält damit seine Gemeinde stets auf dem Laufenden. „Härtester Trainingstag“, hatte er am Samstag mitgeteilt: „3:38 auf dem Rad, 100 Kilometer. Danach 1:18 Laufen, 16 Kilometer. Dann Ruhe und Gym“, twitterte Alonso zuletzt.

Während seine Rivalen um Vettel nach den viertägigen Testfahrten in Jerez de la Frontera im Stillen ihren Trainingsplan absolvierten, schwitzt Alonso im Angesicht der Twitter- und auch Facebook-Gemeinde. Und das in der Wüste. Ein kurzes Video zeigt ihn in feinster Zeitfahrerhaltung auf seinem Rennrad, links und rechts nur Sand. Ein Foto zeigt ihn vor dem imposanten Burj-Khalifa-Tower in Dubai, dem höchsten Gebäude der Welt.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Sinnbildlich. Denn Alonso will endlich wieder ganz hoch hinaus. Unbestritten: Der Spanier, ohnehin ein begnadeter Rennfahrer, fuhr im vergangenen Jahr eine fantastische Saison. Nur sein Ferrari vermochte mit dem Red Bull von Vettel letztlich nicht ganz mitzuhalten. Seit 2006, nach seiner erfolgreichen Titelverteidigung im Renault, wartet Alonso auf seinen dritten WM-Triumph. Immer wieder war er ganz, ganz nah dran. Gepackt hat er es seither aber nicht.

Die ersten Testfahrten mit dem neuen Ferrari ließ Alonso aus. Wüste Spekulationen um eine angebliche Rippenverletzung machten gar den Umlauf. Alonso aber twitterte: „Wir trainieren hart. Ein gesunder Geist und ein gesunder Körper sind essenziell, wenn du bei den Rennen ankommst und dein Bestes bringen willst.“

Ein topfittes Auto allerdings auch. Teamkollege Felipe Massa und Testfahrer Pedro de la Rosa vertraten Alonso in Jerez - mit Erfolg: Massa fuhr im F138 die schnellste Runde der gesamten Woche. „Es geht in die Richtung, die ich erhofft hatte“, sagte der Brasilianer, in Euphorie verfiel der Alonso-Domestik aber noch nicht. „In den Rennen kommt es drauf an.“ Das weiß auch Alonso - und macht sich provisorisch einmal als Trainingsweltmeister verdient. (APA/dpa)


Kommentieren