Sex statt Geld: Ex-Anwalt verurteilt

Von Thomas Hörmann...

Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Vier Monate Haft bedingt, 720 Euro Geldstrafe: Der delikate Prozess gegen einen pensionierten Anwalt endete am Montagvormittag unter Ausschluss der Öffentlichkeit mit einer Verurteilung. Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig, der Jurist hat umgehend Berufung eingelegt.

„Entweder du gibst mir Geld oder du bist mir sehr dankbar und machst Sex mit mir.“ Dieses unmoralische Angebot soll der Anwalt laut Anklageschrift einer erst 17-jährigen Mandantin aus Ungarn gemacht haben. Der Jurist hatte die Jugendliche zu einem Termin bei der Polizei begleitet. Als Honorar für die juristische Schützenhilfe „machen wir dann halt Sex“, heißt es weiter in der Anklageschrift. Für die Anklagebehörde ein versuchter sexueller Missbrauch von Jugendlichen.

Weiters musste sich der Ex-Anwalt wegen Verleumdung verantworten. Der Grund: Der Tiroler Jurist hatte die Jugendliche in einer Eingabe an die Staatsanwaltschaft der Falschaussage bezichtigt.

Außerdem soll der Jurist als „Stalker“ im Innsbrucker Rotlicht-Milieu unterwegs gewesen sein. So gingen am Handy einer Prostituierten zahlreiche Anrufe ein, häufig zwei pro Nacht, manchmal fünf in Folge. Immer wieder, so die Anklage, fuhr der Anwalt angeblich an einer Prostituierten vorbei, starrte sie an oder blieb sogar stehen.

Für eine Verurteilung waren die Beweise zu wenig, die Richterin sprach den Anwalt vom Vorwurf der beharrlichen Verfolgung „im Zweifel“ frei. Auch, weil die Prostituierte ebenfalls beim Anwalt anrief. Den Versuch des sexuellen Missbrauchs einer Jugendlichen und die Verleumdung derselben sah die Richterin hingegen als erwiesen an: „Trotz unerklärbaren Widerrufs glaube ich nicht, dass die detaillierten Angaben der 17-Jährigen erlogen sind.“


Kommentieren


Schlagworte