Die Narren haben wieder Pause

Maskierte waren gestern beim Faschingsausklang in der Innsbrucker Innenstadt in der Minderheit. Zahlreiche Schaulustige prägten aber das Bild. Das schlechte Wetter tat der Stimmung dennoch keinen Abbruch.

Von Sabine Kuess

Innsbruck –„Ziwui, ziwui“ schallt es gestern laut durch St. Nikolaus. Mit drei Schüssen aus der selbstgebastelten „Friedenskanone für St. Nikolaus“ eröffnet die Faschingsgilde des Innsbrucker Stadtteils gegen 13.30 Uhr eine Party für die Koatlackn. „Gegen den Faschingsvirus hilft kein Impfen“, sind sich die Maskierten einig. Ein Blick über den Platz beweist aber, dass doch so mancher dem Virus nicht verfallen ist. Viele der Besucher wollen „einfach nur einmal ein bisschen schauen, was sich so tut“, betonen sie auf die Frage, warum sie sich nicht verkleidet haben. Ganz anders ein älteres Ehepaar: „Man muss schon mitmachen, sonst stirbt der Fasching aus“, betont eine rüstige Innsbruckerin mit einer Kuhhaube auf dem Kopf.

Das dachte sich offenbar auch eine Gruppe von Spartanern – spärlich bekleidet trotzen sie den Minusgraden in der Innsbrucker Altstadt und ziehen alle Blicke auf sich. Tierische Ideen hatten noch andere Feierlustige: Kühe, Elefanten, Schweine und Hühner tummeln sich in der Maria-Theresien-Straße. Doch die Zahl der kreativen Masken unterliegt am Faschingsdienstag der Zahl der Nicht-Maskierten. Auch in der Innenstadt überwiegen, wie schon in St. Nikolaus, die Schaulustigen. „Es sind weniger Maskierte als in den Vorjahren. Aber die, die es sind, haben sich wirklich etwas angetan und sich was einfallen lassen“, stellt Bernhard Vettorazzi, Leiter des Stadtmarketing, im Gespräch mit der TT fest. Das schlechte Wetter dürfte ein Grund sein, dass heuer nicht so viele gekommen sind, so Vettorazzi.

Es sei einfach „ein normaler Faschingsdienstag, mit Temperaturen, die es um diese Jahreszeit eben hat“, betont Vettorazzi, dass das Innsbrucker Fest bisher immer mit gutem Wetter und Plusgraden begünstigt war. Die Besucherzahlen der vergangenen Jahre – rund 10.000 – konnten gestern nicht erreicht werden. Dennoch schätzt der Veranstalter, dass 8000 Feierlustige bei der Faschingsparty in der Innenstadt dabei waren. Einen „angenehmen“ Nebeneffekt erkennt Vettorazzi auch: „Es sind weniger Jugendliche hier, die alkoholisiert sind.“ Auch Elmar Rizzoli, Chef der mobilen Überwachungsgruppe in Innsbruck, bestätigt: „Es ist ruhiger als in den vergangenen Jahren.“ Rizzoli vermutet, dass aufgrund der Ferienzeit „merklich weniger Jugendliche da sind“. Bis Redaktionsschluss verlief das Fest ohne Ausschreitungen. Diejenigen, die Kälte und Spaßbremsen trotzten, feierten noch bis in die Abendstunden ein närrisches Fest.

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