Geschäftsführer von Italiens Rüstungskonzern verhaftet

Der Manager wird der internationalen Korruption in Zusammenhang mit Lieferungen der Finmeccanica-Töchter Agusta Westland, Selex und Telespazio ins Ausland beschuldigt.

Symbolbild.
© TT/Alina Parigger

Rom – Der größte italienische Luftfahrt- und Rüstungskonzern Finmeccanica ist erneut ins Visier der Justiz geraten. Die Staatsanwaltschaft der lombardischen Stadt Busto Arsizio hat am Dienstag den Geschäftsführer des Konzerns, Giuseppe Orsi, festgenommen. Der Manager wird der internationalen Korruption in Zusammenhang mit Lieferungen der Finmeccanica-Töchter Agusta Westland, Selex und Telespazio ins Ausland beschuldigt, berichteten italienische Medien am Dienstag. Der Sitz von Agusta Westland nahe der lombardischen Stadt Varese wurde durchsucht. Der Geschäftsführer von Agusta, Bruno Spagnolini, wurde unter Hausarrest gestellt, berichteten italienische Medien.

Ermittelt wird auch um die mutmaßliche Zahlung von Schmiergeldern beim Verkauf von Hubschraubern des Helikopterbauers Agusta Westland an Indien. Ähnliche Ermittlungen laufen gegen Orsi auch in Neapel. Der Konzern hat bisher stets seine Unschuld beteuert.

Dank starken Wachstums in den Sparten Flugtechnik, Energie und Raumfahrt stieg der Umsatz von Finmeccanica zuletzt auf über 600 Mio. Euro. Der Luftfahrt-, Rüstungs- und Technologiekoloss ist der zweitgrößte Industriekonzern in Italien. Er befindet sich zu 30 Prozent in Staatsbesitz. Der Konzern hat weltweit etwa 71.000 Beschäftigte. (APA)


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