Tirol weiter mit höchsten Mieten, doch Preise stagnierten 2012

Die Preisunterschiede am österreichischen Immo-Markt sind groß. 2012 stiegen diese durchschnittlich nicht so stark an, wir von vielen befürchtet.

Wien – Entgegen aktueller Diskussionen gab es österreichweit im vergangenen Jahr eine Stagnation bei den Mietpreisen. Bundesweit lag die durchschnittliche Preissteigerung bei 1,5 Prozent. Ziehe man davon die Inflation ab, sind die Mieten real um 0,9 Prozent gesunken, errechnete der Immo-Anbieter Immobilien.net. „Die Angstmacherei bei den Mietpreisen ist nicht nachvollziehbar“, meinte Geschäftsführer Alexander Ertler am Montag in einer Pressekonferenz.

Am österreichischen Immobilienmarkt gibt es aber große Preisunterschiede zwischen den zentralen, urbanen Lagen und den ländlichen Gebieten. Sehr beliebt sind Eigentumswohnungen in den Ballungszentren. Während sich neben Wien, der oberösterreichische Zentralraum Linz-Wels-Steyr zu einem neuen Hotspot entwickelt (+25 Prozent im Bezirk Linz-Land und +36 Prozent im Bezirk Wels), gab es starke Preisstürze in Kärnten (-19 Prozent in den Bezirken Klagenfurt-Land und Villach Land), errechnete der Immo-Anbieter Immobilien.net.

Tirol führt die Liste an

Am teuersten ist das Wohnen in Miete mit monatlich 10,95 Euro pro Quadratmeter in Tirol, gefolgt von Wien mit 10,43 Euro pro Quadratmeter und Salzburg mit 9,82 Euro pro Quadratmeter sowie dem Österreich-Schnitt von 9,79 Euro je Quadratmeter. Demgegenüber stehen die Schlusslichter Oberösterreich (7,09 Euro pro Quadratmeter), Steiermark (7,11 Euro pro Quadratmeter) und Kärnten (7,14 Euro pro Quadratmeter), die sogar noch hinter dem Burgenland (7,50 Euro pro Quadratmeter) zu liegen kommen. Für Niederösterreich wurden 7,75 und für Vorarlberg 8,43 Euro je Quadratmeter als Medianpreise ermittelt.

Ähnlich verhält es sich auch bei den Wertveränderungen bei Einfamilienhäusern. Während es in Oberösterreich im Bezirk Steyr-Stadt eine Preissteigerung von 26 Prozent gab, sind die Preise im Süden von Österreich stark gefallen (-12 Prozent in Wolfsberg, -10 Prozent in Feldkirchen, -9 Prozent in Feldbach). Einfamilienhäuser sind die beliebteste Wohnform der Österreicher, es gab einen leichten Anstieg bei der Nachfrage.

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Wertverlust im Süden und in nördlichen Grenzregionen

Neben den Wertverlusten bei Immobilien in den südlichen Teilen von Österreich gab es Rückgänge in einigen nördlichen Grenzregionen in Ober- und Niederösterreich. „Gute Infrastruktur in den Bereichen Verkehr, Kultur und Bildung ziehen viele Menschen an. Ebenso die Industrie und die übrige Wirtschaft, die vielfältige Arbeitsplatzmöglichkeiten bieten“, so Ertler. Der ländliche Raum könne das in vielen Regionen nicht bieten.

In Wien sind die Preise für Eigentumswohnungen nach Abzug der Inflation um 3,3 Prozent gestiegen. Brigittenau und Hernals entpuppen sich als neue Trendbezirke. „Bei den Höchstpreisen sei mit der 5000 Euro pro Quadratmeter die Schmerzgrenze erreicht“, sagte Ertl. Ausnahme davon ist der 1. Bezirk, dort gäbe es traditionell keine echten Preisobergrenzen.

Preise werden wieder steigen

Es seien aber nicht die Russen, die diese Luxuswohnungen kaufen würden, sondern Auslandsösterreicher, die nach einer Top-Position im Ausland wieder nach Österreich zurückkehren. Diese seien einen gewissen Standard gewohnt und würden die anderen Wiener Preise nicht kennen.

Ertl rechnet damit, dass die Preise in nächster Zeit steigen werden. In Wien liegen die Preise aktuell mit 9,9 bis 11,2 Euro pro Quadratmeter für Mietwohnungen deutlich unter vergleichbaren Städten in Mitteleuropa. In Hamburg etwa liegen die Mietpreise im Durchschnitt zwischen 11,5 und 14,9 Euro und in München bei 12,1 bis 14,1 Euro pro Quadratmeter. (APA)


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