Österreich wird immer blonder

„Österreich wird immer blonder“, konstatieren die Friseure für das Jahr 2013. „Im Vergleich zu vor fünf Jahren stellen wir momentan in unseren Salons einen deutlichen Anstieg des Interesses an der Farbe Blond fest“, berichtete beispielsweise Peter Strassl, Geschäftsführer des Unternehmens Intercoiffeur Strassl.

„Seit Jahresbeginn ist fast jeder dritte Kunde bereits blond oder möchte seine Haare blondieren lassen.“ Unmodern war helleres Haar aber nie: „Blond war und ist immer ein relevantes Thema“, sagte Strassl.

Bereits seit 1865 hält sich hartnäckig die Behauptung, dass Menschen mit blonder Naturfarbe in naher Zukunft aussterben werden. Bis zum Jahr 2202 werde dies der Fall sein, hatten sich manche düstere Propheten sogar recht genau festgelegt. Die WHO hat sich deswegen sogar einmal genötigt gefühlt festzuhalten, dass unter ihrer Ägide nie und nimmer zu diesem Thema geforscht worden sei, wie ebenfalls fälschlich behauptet worden war.

Andere Wissenschafter halten den Blond-Pessimisten das Prinzip der rezessiven Vererbung entgegen und das tatsächliche Aussterben der Hellhaarigen ohne zusätzlichen Selektionsdruck für sehr unwahrscheinlich.

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Immerhin hat die Schwarzmalerei so viel Aufsehen erregt, dass das Blondieren der Haare groß in Mode kam. Ein britischer Apotheker und ein französischer Friseur stellten schon 1867 auf der Pariser Weltausstellung das Bleichmittel Wasserstoffperoxid vor. Seither sind Blonde und Blondinen dank Chemie allgegenwärtig - und „Blond, zu blond um wahr zu sein, blond, blonder als der Sonnenschein“, wie Nationalbarde Rainhard Fendrich meint.


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