Viereinhalb Jahre Haft für Ex-Versicherungsdirektor

Innsbruck – Hohe Position, tiefer Fall: Von 1999 bis 2008 hatte ein heute 59-Jähriger seine glänzende Position als Direktor der Versicherung...

Innsbruck –Hohe Position, tiefer Fall: Von 1999 bis 2008 hatte ein heute 59-Jähriger seine glänzende Position als Direktor der Versicherung eines Kreditinstitutes nicht nur genossen, sondern auch missbraucht. So wurde der Oberländer im Jahr 2011 vom Oberlandesgericht rechtskräftig für schuldig befunden, dass er nicht weniger als knapp zwei Millionen Euro veruntreut hatte. Seitdem wohnt der Versicherungskaufmann für dreieinhalb Jahre kostenfrei in der Justizanstalt. Dies wollte der Mann offenbar auch seiner Ehefrau ermöglichen – natürlich nicht hinter Gittern, sondern im schon vom geschädigten Kreditinstitut umwitterten Eigenheim. So hatte der Verurteilte seiner Frau vor Rechtskraft seines Urteils nicht nur noch schnell eine Liegenschaft im Wert von mindestens 90.000 Euro „geschenkt“, sondern der Frau auch noch ein unumschränktes Wohn- und Nutzungsrecht am noblen Zuhause einräumen lassen.

Auf betrügerische Krida lautete deshalb nun die Anklage gegen das Ehepaar am Landesgericht. Dort gab der Direktor vor Richterin Helga Moser an, dass er nun vom Ex-Arbeitgeber regelrecht verfolgt werde und ihm ein schon geschlossener Vergleich zunichtegemacht worden sei. Richterin Moser antwortete nur, dass der Vergleich anscheinend auch nicht unter korrekten Zahlen zustande gekommen sei. Auch glaubte sie der Ehefrau nicht, dass diese von den Vorgängen rund um ihren Mann keinerlei Ahnung gehabt habe.

Nicht rechtskräftig setzte es darauf für den Mann ein Jahr Zusatzhaft und für die Frau 18 Monate bedingte Haft und 1440 Euro Geldstrafe. (fell)

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Kommentieren


Schlagworte