Nach Atomtest: Aufrüsten auf der koreanischen Halbinsel

Nordkorea droht nach seinem Atomtest mit noch „härteren Maßnahmen“, um seine Interessen zu verteidigen. Im Gegenzug kündigt Südkorea die Entwicklung von Raketen an. Auf der koreanischen Halbinsel wird nicht nur in Worten aufgerüstet.

Seoul – Nach dem neuen Atomtest in Nordkorea hat Südkorea angekündigt, die Entwicklung neuer Raketen mit höherer Reichweite voranzutreiben. Die Entwicklung von ballistischen Raketen mit einer Reichweite von 800 Kilometern werde beschleunigt, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch vor Journalisten in Seoul mit.

Die USA hatten Südkorea in vergangenen Jahr den Bau neuer ballistischer Raketen zugestanden, die mit 800 Kilometern Reichweite ganz Nordkorea erreichen können. Davor waren dem US-Bündnispartner nur Raketen mit maximal 300 Kilometern Reichweite erlaubt.

Wiederaufnahme der Atomgespräche

China drängte unterdessen Südkorea und die USA, sich für die Wiederaufnahme der Mehrparteiengespräche über das Atomprogramm Nordkoreas einzusetzen. Außenminister Yang Jiechi rief seinen US-Amtskollegen John Kerry in einem Telefongespräch auf, zu den sogenannten Sechser-Gesprächen zurückzukehren, wie das Außenministerium in Peking mitteilte.

Nordkorea hatte am Dienstag als Antwort auf die Ausweitung von UN-Sanktionen gegen das Land einen dritten Atomtest unternommen. Bereits im Januar hatte Nordkorea unter anderem die Möglichkeit neuer Verhandlungen über sein Atomprogramm ausgeschlossen.

TT-ePaper gratis testen und 5 x 1.000 € Geburtstagsgeld gewinnen

Die Zeitung kostenlos digital abrufen, das Testabo endet nach 4 Wochen automatisch.

Jetzt testen
TT ePaperTT ePaper

Am Mittwoch drohte Nordkorea erneut mit „härteren Maßnahmen“.

Ob „zweite und dritte härtere Maßnahmen ergriffen werden, hängt ganz von der Option ab, die die USA künftig wählen“, hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Der Atomtest habe der Selbstverteidigung gegen die Politik der USA gedient, die feindselig sei. (tt.com, dpa)


Kommentieren


Schlagworte