Familiärer Blitz-Transporter

Opel bietet mit dem Zafira Tourer BiTurbo den stärksten Kompaktvan seiner Klasse an: Sein Zweiliter-Diesel ist 195 PS stark und stemmt 400 Newtonmeter Drehmoment.

Von Franz Farkas

Rüsselsheim –Das alte Opel-Werk in der Stadtmitte von Rüsselsheim ist eine würdige Kulisse für eine Opel-Präsentation, quasi vor den Augen des Firmengründers Adam Opel, dessen mächtige Statue vor dem Hauptportal in Richtung Bahnhof blickt. 150 Jahre ist die Firma im vorigen Jahr geworden. Der Zafira im Hof des Backsteingebäudes bringt es hingegen gerade mal auf deren 13, aber er hat sich eine große Fangemeinde geschaffen. Die dritte Generation ist eine echte Weiterentwicklung bei der Größe, aber auch vor allem bei der Raumausnutzung. Er macht den Löwenanteil des Zafira-Verkaufs aus, obwohl das alte Modell unter der Bezeichnung „Classic“ noch im Handel ist. Im Hof des Werkes stehen die ersten Fahrzeuge der neuesten Kreation der Firma, der Zafira Tourer 2.0 BiTurbo. Erkenntlich sind sie an der doppelzügigen Auspuffanlage, optional sind 19-Zöller erhältlich. Die Neuerung findet unter dem Blechkleid statt. Der BiTurbo-Diesel, schon bekannt aus dem Insignia und dem Astra, hat nun auch unter die Haube des Zafira gefunden. Mit 195 PS und einem maximalen Drehmoment von 400 Nm verspricht er viel Spaß, auch bei voller Beladung. Das Konzept mit einem großen und einem kleinen Turbo ist im Prinzip ähnlich wie das der früheren Registervergaser. Zuerst sorgt der kleinere Lader für guten Durchzug schon aus niederen Drehzahlen, dann setzt der große Bruder ein, um die Musik zu vollenden.

Die ersten Meter im Stadtgebiet sind eher enttäuschend. Das Aggregat wirkt bemüht, Weiterschalten bringt mehr, als den Motor hochdrehen zu lassen. Hat man sich aber an diese Charakteristik gewöhnt, beginnt der Zafira richtig Spaß zu machen. Der Durchzug ist enorm, schaltfaule Piloten werden eine Freude an dem Vierzylinder haben. Im fünften Gang werden nur 8,5 Sekunden benötigt, um von 80 auf 120 km/h zu beschleunigen. Eine Automatik wird damit fast überflüssig, denn auf der Landstraße erübrigt sich damit bei den meisten Verkehrssituationen jegliche Schaltarbeit.

Auf der Autobahn zeigt der Motor dann endgültig, was er kann. Die 200-km/h-Marke ist schnell erreicht, die Windgeräusche trotz des hohen Aufbaus erträglich und das Fahrwerk ruhig. Es ist zusammen mit der Motorcharakteristik und der Lenkung in drei Stufen variierbar, von „Standard“ über „Sport“ bis hin zu „Tour“.

Die übrige Ausstattung entspricht der Top-Motorisierung. Neben dem Sicherheitslichtsystem für die Ausleuchtung von Kurven gibt es die neueste Generation der „Opel Frontkamera“ mit Verkehrsschild und Spurassistenten, Abstands- und Kollisionswarner, eine Rückfahrkamera, Parkassistenten, Toter-Winkel-Warner in den Außenspiegeln und noch einiges mehr. Auf Wunsch kann man noch ein Panoramadach ordern, das fast die komplette Dachfläche einnimmt. Geblieben sind die ausgezeichneten Sitze mit einer dritten Sitzreihe, die wie die zweite voll versenkbar und relativ leicht zu entern ist.

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Zu haben wird der kräftige Zafira ab April sein, der Einführungspreis wird ab 32.490 Euro angegeben. Wem dies doch zu stark ist, der könnte noch etwas warten, auf dem Genfer Autosalon im März wird mit dem 1.6 CDTI Ecotec ein 136 PS starkes Aggregat vorgestellt, das besonders sparsam sein soll.


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