Lehrschau für Waidmänner

Dutzende Untersuchungen auf Tbc bei Rotwild brachten negative Ergebnisse.

Von Walter Zwicknagl

Rotholz –Zufrieden mit der Arbeit der Jägerschaft im Zeitraum 2011/12 gab sich Bezirkshauptmann Karl Mark bei der Trophäenschau des Bezirkes Schwaz im ehemaligen Jagdschloss Thurnegg in Rotholz, das heute die Landes­lehranstalt beherbergt. „Wir müssen aber wegen der Tuberkulose beim Rotwild besonders auf der Hut sein“, schrieb der Bezirkschef den Waidmännern ins Stammbuch. „An die 60 Proben aus der Hinterriss, dem Bächental, dem Achental und dem Hegebereich Inntal wurden im Vorjahr untersucht. Gottlob waren alle Proben negativ“, stellte Veterinär Christia­n Messner als Vertreter des Amtstierarztes fest. „Gerade in dieser Sache gehen in Bayern die Wogen hoch. Es gibt wüste Schuldzuweisungen zwischen Bauern und Jägern, die nichts bringen“, wusste der Experte. „Wir halten mit den bayerischen Nachbarn engen Kontakt“, versicherte BH Mark. „Eventuell gibt es heuer eine flächendeckende Überprüfung im Bezirk. Wir benötigen weitere Daten“, setzte Messner nach.

„Wir brauchen kein neues Jagdgesetz. Setzen wir doch ganz einfach das bestehende um“, war die Überzeugung von Bezirksjägermeister Ott­o Weindl, der bei der Neuwahl im November mit 96 Prozent der Stimmen in dieser Funktion bestätigt wurde. Alle Hände voll zu tun hatte die Bewertungskommission unter der Regie von Walter Stöckl. Genau 2466 Tro­phäen aus den 211 Revieren des Bezirkes wurden begutachtet. „Beim Rotwild wurde ein Abgang von 1747 Stück genehmigt. Der Abschussplan wurde zu 85 Prozent erfüllt“, berichtete Weindl. Beim Rehwild sind es 96 Prozent, beim Gamswild lag die Erfüllung bei 88 Prozent. „Alles in allem gab es bei den vorgelegten Trophäen nur 107 rote Punkte. Und an dieser Bewertung möchte ich festhalten. Denn Wiederholungstäter müsse­n aufpassen. Für mich ist ein­e Trophäenschau auch eine Lehrschau“, sagte der Bezirks­jägermeister.

„Bei der Reduktion des Rotwildes braucht es Professionisten“, meinte der National­ratsabgeordnete Franz Hörl als Vertreter des Tiroler Jägerverbandes. Und er hatte auch den wirtschaftlichen Wert der Jagd im Auge. „Wenn Gutmenschen aus der Stadt aber alles beanspruchen und nichts dafür zahlen wollen, ist das der falsche Weg“, stellte der Waidmann und Politiker trocken fest.

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