Alternative zu Medical School
Bis 2022 fließen 1,2 Milliarden Euro in den Ausbau der Pflege- und Spitalsbetten. Auch die mobile Pflege wird forciert.
Von Anita Heubacher
Innsbruck – Sie hätte ein Rezept gegen den Ärztemangel sein sollen, nun wurde die Medical School von Rom auf Eis gelegt. Die Ausbildungsuniversität hätte in Innsbruck, Hall und Bozen angesiedelt werden sollen. Ab 2013 wollte man an der Medical School vor allem Studenten aus Tirol, Südtirol und dem Trentino ausbilden. Gestern dachte LH Günther Platter (VP) zum ersten Mal laut über eine Alternative zur Medical School nach. „Die Idee wäre gut gewesen, jetzt müssen wir etwas Eigenes schaffen.“
Genaueres konnten gestern weder Platter noch Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (VP) sagen. Flankiert wurden die beiden Herren von der ärztlichen Leiterin des Landeskrankenhauses Hochzirl, Primaria Monika Lechleitner. Im Rahmen des Wahlkampfes präsentiert die ÖVP ihre Zukunftsvisionen. Nach dem Thema Bildung standen gestern Gesundheit und Pflege auf dem Programm. „Rund ein Drittel der Über-80-jährigen weisen sieben oder mehr körperliche Gebrechen auf“, erklärte Lechleitner. Die Anforderung an die Medizin und die Pflege sei dementsprechend hoch. 1,2 Milliarden Euro werden in den Ausbau der Pflege und der Spitäler investiert. Das sind 2100 zusätzliche Pflegekräfte und 1000 zusätzliche Arbeitsplätze in den Spitälern.
Auch bei den Pflegern ist Not am Mann, bzw. an der Frau. Das Land hat zusätzliche Ausbildungsstellen geplant. Ob die auch angenommen werden, bleibt offen. Um dem Ärztemangel entgegen zu treten, würde Primaria Lechleitner die Ausbildungsplätze an der Medizinischen Fakultät erhöhen. Ein Weg, den sich auch LH Platter vorstellen kann. Bei einer Podiumsdiskussion letzte Woche hatte die Vizerektorin der Medizin-Uni, Helga Fritsch, erklärt, sie sehe keinen Bedarf die Zugangsbeschränkungen für das Studium aufzuheben, noch die Zahl der Studienplätze zu erhöhen. Fritsch folgt im Herbst Herbert Lochs als Medizin-Rektor nach.
Viele Fragezeichen gibt es noch bei der Umsetzung der Gesundheitsreform. Zuletzt hatte der Bundesrechnungshof die Reform stark kritisiert. Ziel ist laut Platter, „eine Finanzierung aus einer Hand zu schaffen“. Die Reform sei ein Schritt in diese Richtung.
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