Schmuggler hatten ein Siebtel einer Schildkröten-Art im Koffer
Die Schnabelbrust-Schildkröte ist extrem selten, vom Aussterben bedroht und deshalb eine teure Rarität am Schwarzmarkt. Dreiste Schmuggler hatten über zehn Prozent des Art-Bestandes in Koffer gepackt und flogen auf.
Bangkok – Am Gepäck-Karussell des Flughafens von Bangkok endete vor wenigen Tagen die Reise eines Schmugglerpärchens, das es auf eine besonders selten Tierart abgesehen hatte. Ein 38-jährige Thai und eine 25-jährige Frau aus Madagaskar wollten 54 Schnabelbrust-Schildkröten auf dem Schwarzmarkt für seltene Tiere verkaufen. Von der vom Aussterben bedrohten Schildkröten-Art gibt es höchstens noch 400 Exemplare und gilt damit als eine der seltensten Spezies auf unserem Planeten. Mit diesem besonders dreisten Fall von Tierhandel wäre mit einem Schlag ein Siebtel dieser Art einfach verschwunden.
Doch es kam anders. Aufmerksame Flughafenmitarbeiter entdeckten die kostbare Fracht. Noch bei der Gepäckausgabe klickten für den 38-Jährigen die Handschellen. Der Koffer, in dem die Schildkröten transportiert wurden, war auf die 25-jährige Komplizin aus Madagaskar registriert.
Die 25-Jährige konnte ebenfalls verhaftet werden, erklärte Theerapat Prayurasiddhi, Direktor von Thailands Umwelt-Ministeriums.
„Unglaublich hohe Preise“
„Diese Kriminellen haben effektiv über zehn Prozent des noch existierenden Bestandes an Schnabelbrust-Schildkröten geschmuggelt“, teilt die Organisation „Traffic“ mit. Ein Schildkrötenexperte schätzte den Wert der Tiere gegenüber „CBS News“ so ein: „Diese Schildkröte erzielt einen unglaublich hohen Preis besonders auch in asiatischen Ländern. Hier ist die Schildkröte so viel wert wie ein Goldbarren, den man einfach aufheben und verkaufen kann.“ 60.000 Dollar würde ein ausgewachsenes Weibchen am Schwarzmarkt kosten. Den Schmugglern drohen empfindliche Strafen. (tt.com)
Homepage der Organisation Traffic mit Informationen zum internationalen Handel mit Wildtieren: www.traffic.org