Reha verknappt Arbeitsmarkt

Pflegekräfte im Bezirk sind heiß begehrt, das Rehazentrum Kitzbühel verstärkt die Situation. Doch Krankenhaus und Reha freuen sich derzeit über einen guten Zulauf.

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Von Harald Angerer

Kitzbühel, St. Johann –Ein Fass ohne Boden – der Bedarf an Pflegekräften im Bezirk ist kaum zu decken. Altenwohnheime, das Krankenhaus und ab Herbst auch die neue Reha in Kitzbühel haben enormen Personalbedarf. Das erhöht den Druck für die Betriebe und führt zu einer Konkurrenzsituation. „Solange es im Bezirk Kitzbühel keine eigene Pflegeschule gibt, ist die einzige Möglichkeit, zu neuem Personal zu kommen, das Abwerben. Solange wir nicht selber ausbilden können, bleibt uns gar keine andere Wahl“, sagt Pflegedirektor Harald Sinnhuber vom Bezirkskrankenhaus St. Johann. Derzeit gäbe es aber eine Ausnahmesituation. So seien alle Pflegestellen im Spital besetzt und es gäbe sogar weitere Anfragen. „Das ist aber nur eine Momentaufnahme und kann sich jederzeit ändern“, sagt Sinnhuber.

Zum Beispiel, wenn im Herbst die Reha in Kitzbühel eröffnet. Hier werden an die 80 neue Mitarbeiter benötigt. „Wir haben derzeit allerdings kein Problem, unser Personal zu bekommen. Es gibt jede Menge Bewerbungen“, sagt Thomas Sieberer, Geschäftsführer der Reha in Kitzbühel. Lediglich bei den Ärzten sei es etwas schwieriger, „da haben wir aber auch erst vor Kurzem die Stellen ausgeschrieben“, sagt Sieberer weiter.

Noch sei die Reha nicht spürbar im Krankenhaus, erklärt der Personaldirektor, doch das könne noch kommen. „Dass es nicht spurlos an uns vorübergeht, ist absehbar, aber ich sehe das auch nicht negativ. Eine solche Entwicklung ist normal“, sagt Sinnhuber. Zu groß wird das Loch in der Personaldecke des Krankenhauses durch die Reha ohnehin nicht werden. So sind im Spital an die 300 Pflegekräfte im Einsatz, für die Reha würden laut Sieberer lediglich 15 benötigt. „In der Pflege brauchen wir nicht so viele, wir benötigen mehr Therapeuten“, sagt der Reha-Geschäftsführer.

Dennoch unterstreicht Sinnhuber die Bedeutung einer Pflegeschule im Bezirk. „Der Personalbedarf wird im Bezirk immer größer, eine Pflegeschule könnte hier Erleichterung bringen“, ist Sinnhuber überzeugt.

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