700.000 € Minus – auch der Verein soll zahlen

Bei fünf auszugebenden Euro wäre die geforderte Aufteilung beispielsweise drei Euro öffentlich, zwei Euro privat. So die Forderung der Stadt.

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Von Manfred Mitterwachauer und Florian Madl

Innsbruck – Die jüngsten Verhandlungen um das Rettungspaket des FC Wacker Innsbruck förderten allerhand zutage: So benötigt der Fußball-Bundesligist nicht nur 500.000, sondern 700.000 Euro, um seine aktuellen Budgetprobleme in den Griff zu bekommen. Die ursprünglich angeführte Summe hätte lediglich jenes Geld, das die öffentliche Hand aufzubringen hätte, betroffen, heißt es. Wie berichtet, erklärten sich Land, Stadt, Olympiaworld, Hypo Tirol und Tiroler Wasserkraft dazu bereit, zu gleichen Teilen dafür aufzukommen.

200.000 Euro will der Verein selbst stemmen. Wie, das ist derzeit noch unklar. „Wir bringen das hin“, stellte Wacker-Präsident Kaspar Plattner gestern im TT

-Gespräch klar. Möglicherweise würde man das Minus mit einem Sponsor decken. Zumindest fordert die Stadt, dass die öffentlichen Mittel aliquot zu den Vereinsmitteln ausgegeben werden. Bei fünf auszugebenden Euro wäre die geforderte Aufteilung beispielsweise drei Euro öffentlich, zwei Euro privat.

Von der Stadt wurde gestern jedenfalls das vom Vereinsvorstand eingeforderte Papier zur Umstrukturierung retour geschickt. Versehen mit einigen rechtlichen Adaptierungen, wie BM Christine Oppitz-Plörer (FI) anmerkt. Auch, was die Finanzierung betrifft. So soll der Innsbrucker Gemeinderat bereits morgen in einer Sondersitzung den vom Verein geforderten 100.000 Euro die Zustimmung erteilen. Der städtische Finanzausschuss hat diese Entscheidung vergangene Woche vertagt. Zuerst müsse der Wacker-Vereinsvorstand der Stadt bis morgen per Unterschrift alle Forderungspunkte bestätigen, hieß es. Dies sei eine unabrückbare Voraussetzung für die morgige Sondersitzung.

Die Planungen für die Vereinszukunft gehen indes weiter. So macht man sich parallel zur sportlich noch unklaren Situation (Abstieg?) über die Trennung des Profibetriebs von Amateuren, Damen und Nachwuchsabteilung Gedanken. Diesbezüglich laufen Gespräche mit dem Tiroler Fußballverband, Parallelstrukturen sollen abgebaut werden. Zumindest zeigt sich ein Silberstreif am Horizont: Dem Vernehmen nach könnte der Transfer von Ex-Wacker-Spieler Momo Ildi­z (von Rapid zu Nürnberg) auch den Tirolern etwas Geld bescheren. Geld, das wohl auch der scheidende Sportdirektor Oliver Prudlo erhält. Dessen Vertrag läuft noch bis Jahresende.


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