Entscheidung über Stronach-Listen in Tirol am Donnerstag

Bei den verschiedenen „Stronach-Listen“, die Kandidaturen für die Tiroler Landtagswahl am 28. April eingebracht haben, gibt es offenbar noch letzte Einigungsversuche.

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Innsbruck – Wenige Stunden vor dem Fristende der Landeswahlbehörde zur Nachbesserung der Vorschläge bot der abberufene Stronach-Landesgeschäftsführer Hans-Peter Mayr der designierten Spitzenkandidatin seiner Konkurrenzliste, der Arzthelferin Sonja Ulmer, an, auf seiner Liste in dieser Funktion anzutreten. Seine „Liste Mayr“ sei als erste „mit einem juristisch gesehen zeitlichen Vorsprung“ eingereicht worden, betonte Mayr. Die Landeswahlbehörde werde keine Entscheidung aus Willkür treffen. Die Bundespartei habe „noch ein kleines Zeitfenster“, um eine rechtliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Listen zu verhindern.

Als Listenerste der Kandidaten könne Ulmer nicht auftreten, wohl aber als Spitzenkandidatin. Durch Mandatsverzichte könnte sie in den Landtag einziehen. „Das Angebot steht“, sagte Mayr. Auch als Geschäftsführer bewege er sich in einem juristischen „Schwebezustand“. Die Abberufung sei nicht schriftlich zugestellt. Dennoch trete er offiziell nicht mehr in dieser Funktion auf.

Stronach-Bundessprecher weist Mayr-Angebot zurück

Der Sprecher der Bundespartei von Frank Stronach, Walter Rettenmoser, hat das Angebot von Mayr, Sonja Ulmer solle als Spitzenkandidatin seiner Liste auftreten, zurückgewiesen. Rettenmoser sprach von „blankem Unsinn“. Ulmer war in der vergangenen Woche als Landesobfrau und Spitzenkandidatin der offiziellen Stronach-Liste nominiert worden.

Für Rettenmoser sei das Angebot ein „Versuch Mayrs, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen“. Auch dessen fristlose Abberufung als Landesgeschäftsführer sei „an mehrere Orte“ zugestellt worden. Wenn Mayr diese Schreiben nicht abhole, sei das nicht das Problem der Bundespartei. Es könne auch keinen Wettlauf bei der Landeswahlbehörde geben, wer als erster eine Liste einreiche. Wegen der „rechtswidrigen Namensverwendung“ kündigte Rettenmoser Schadenersatzforderungen an.

Entscheidung der Stronach-Listen am Donnerstag

Der von Frank Stronachs enger Vertrauter Kathrin Nachbaur vergangene Woche als Landesparteiobmann abgesetzte Walter Jenewein hatte seine bei der Wahlbehörde bereits eingebrachte „Stronach“-Liste wieder zurückgezogen.

Im Landhaus selbst hieß es, die Sitzung der Landeswahlbehörde sei für den Donnerstagnachmittag einberufen worden. Dort werde es eine Entscheidung geben, die dann offiziell am 8. April veröffentlicht werde. Heute, Dienstag, werde es keine Entscheidung der Behörde geben. (APA)


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