Wirbel um Ruf nach Selbstbehalt für Sparer

Wien – Seit der Zypern-Krise beschwören Politiker in Europa die „unantastbaren“ Garantien für Spareinlagen bis 100.000 € pro Person und Bank...

  • Artikel
  • Diskussion

Wien –Seit der Zypern-Krise beschwören Politiker in Europa die „unantastbaren“ Garantien für Spareinlagen bis 100.000 € pro Person und Bank. Einige Banker in Österreich finden jedoch, dass es vernünftig wäre, Sparer am Risiko ihrer Bank zu beteiligen. Oberbank-Chef Franz Gasselsberger hielte es für „gescheit und sinnvoll“, wenn es bei der Einlagensicherung einen Selbstbehalt gäbe, sagte er am Mittwoch bei der Bilanz­pressekonferenz. „Da würde die eine oder andere Bank etwas kritischer gesehen.“

Vorstellbar wären für ihn 10 oder 15 % – auch unterhalb von 100.000 Euro, meint­e Gasselsberger laut APA bei der Bilanz­pressekonferenz am Mittwoch. Am Abend wider­rief Gasselsberger: Er fühl­e sich missverstanden und sei „keineswegs dafür, Sparer über einen Selbstbehalt am Risiko ihrer Bank zu beteiligen“. Die Einlagensicherung von 100.000 Euro dürfe „selbstverständlich nicht angetastet werden, ein allfälliger Selbstbehalt darf erst über dieser Grenze ansetzen“, teilte der Bankenchef mit.

Selbstbehalte gegen „Moral Hazard“ oder zu aggressive Konkurrenz haben Banker in Österreicher wiederholt ins Gespräch gebracht. Dass etwa die russische VTB-Bank oder die türkische Vakif- und Denizbank einlagengesichert mit hohen Zinsen auf Kundenfang gingen, war Austro-Bankern schon immer ein Dorn im Auge. Erste-Chef Andreas Treichl stellt generell die Einlagensicherung in ihrer jetzigen Form in Frage. Notenbank-Chef Ewald Nowotny sorgte vor zwei Jahren für Aufsehen, als er in einem TT-Bericht mit einem „disziplinierenden“ Selbstbehaltsvorschlag für Wirbel sorgte. Demnach sollte für die ersten 10.000 Euro auf einem Sparkonto nicht mehr der Staat geradestehen. In den Tagen darauf trachtete Nowotn­y danach, diese Aussagen zu relativieren. (TT, APA)

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.


Kommentieren


Schlagworte